War der Jabulani der schlechteste WM-Ball aller Zeiten?

Kurzüberblick
Der ehemalige englische Nationaltorwart Joe Hart spricht über seine Erfahrungen mit dem umstrittenen WM-Ball Jabulani von 2010. Der Ball war für sein unberechenbares Flugverhalten berüchtigt und sorgte bei Spielern und Torhütern für Kritik.
Der Jabulani, der offizielle Spielball der FIFA-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, gilt bis heute als einer der umstrittensten Bälle in der Geschichte des Fußballs. Besonders Torhüter hatten mit seinen unberechenbaren Flugeigenschaften zu kämpfen. Der ehemalige englische Nationaltorwart Joe Hart erinnert sich in einem aktuellen Interview an seine Begegnungen mit dem Ball im Training und während der Spiele.
Ein Ball, der die Torhüter zur Verzweiflung trieb
Joe Hart, der bei der WM 2010 als Ersatztorhüter im englischen Kader stand, beschreibt den Jabulani als eine besondere Herausforderung. „Der Ball bewegte sich in der Luft völlig anders als jeder andere Ball, den ich zuvor getroffen hatte“, sagte Hart. „Man konnte nie genau vorhersagen, wohin er fliegen würde. Das machte das Training und die Spiele extrem schwierig, besonders für uns Torhüter.“ Der Jabulani war für seine sogenannte „Knuckleball“-Eigenschaft bekannt, bei der der Ball ohne nennenswerte Rotation durch die Luft flog und dabei unvorhersehbare Richtungswechsel vollführte.
Technische Hintergründe und Kontroversen
Der Jabulani wurde von Adidas entwickelt und bestand aus acht thermisch verbundenen 3D-Panels, die eine nahtlose Oberfläche bildeten. Diese Konstruktion sollte eine präzisere Flugbahn ermöglichen, führte jedoch in der Praxis zu genau dem Gegenteil. Viele Spieler, darunter auch der brasilianische Star Neymar und der spanische Mittelfeldspieler Xavi, kritisierten den Ball öffentlich. Torhüter wie der Italiener Gianluigi Buffon und der Spanier Iker Casillas bezeichneten ihn als „peinlich“ und „unwürdig“ für ein Turnier dieser Größenordnung. Die FIFA verteidigte den Ball zunächst, räumte aber später ein, dass er bei höheren Geschwindigkeiten und in größeren Höhen, wie sie in Südafrika vorkamen, tatsächlich unberechenbarer sei.
Vergleich mit anderen WM-Bällen
Der Jabulani reiht sich ein in eine Reihe von WM-Bällen, die aufgrund ihrer Eigenschaften in die Kritik gerieten. Schon der „Fevernova“ von 2002 und der „Teamgeist“ von 2006 hatten für Diskussionen gesorgt, aber der Jabulani übertraf sie an Kontroversen. Im Gegensatz dazu gilt der „Brazuca“ von 2014 als einer der besten WM-Bälle, da er eine stabilere Flugbahn aufwies und von Spielern und Torhütern gleichermaßen gelobt wurde. Der Jabulani bleibt jedoch ein Paradebeispiel dafür, wie technische Innovationen im Sport manchmal unerwünschte Nebenwirkungen haben können.
Harts Fazit
Joe Hart, der später für Manchester City und die englische Nationalmannschaft spielte, zieht ein gemischtes Fazit: „Der Jabulani war definitiv einer der schwierigsten Bälle, mit denen ich je gespielt habe. Aber er hat auch gezeigt, wie wichtig Anpassungsfähigkeit im Fußball ist. Man musste einfach lernen, mit ihm umzugehen.“ Ob der Jabulani der schlechteste WM-Ball aller Zeiten war, bleibt subjektiv, aber seine Berühmtheit als „Problemball“ ist unbestritten.
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