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Deutschlands Gold-Historie im MaracanãVor zehn Jahren holte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in Rio de Janeiro erstmals olympisches Gold. Ein Rückblick auf den historischen 2:1-Sieg gegen Schweden im Maracanã und den perfekten Abschied von Trainerin Silvia Neid./images/de/2026/08/deutschlands-gold-historie-im-maracana-6c3d9c54-800w.webpDeutschlands Gold-Historie im Maracanã

Deutschlands Gold-Historie im Maracanã

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Deutsche Fußballspielerinnen jubeln im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro mit der Goldmedaille, während Konfetti auf sie herabregnet.

Kurzüberblick

Vor zehn Jahren holte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in Rio de Janeiro erstmals olympisches Gold. Ein Rückblick auf den historischen 2:1-Sieg gegen Schweden im Maracanã und den perfekten Abschied von Trainerin Silvia Neid.

Es war der 19. August 2016, als die deutsche Frauen-Nationalmannschaft im legendären Maracanã von Rio de Janeiro Geschichte schrieb. Mit einem 2:1-Sieg gegen Schweden sicherte sich das Team von Trainerin Silvia Neid zum ersten Mal olympisches Gold – ein Triumph, der nicht nur der größte Moment des deutschen Frauenfußballs bei Olympischen Spielen war, sondern auch den krönenden Abschluss einer außergewöhnlichen Trainerkarriere darstellte.

Ein holpriger Weg ins Finale

Der Weg ins Endspiel war für die DFB-Auswahl jedoch alles andere als einfach. Zwar startete das Team mit einem beeindruckenden 6:1-Erfolg gegen Simbabwe in das Turnier, doch im zweiten Gruppenspiel musste sich die Mannschaft mit einem Unentschieden begnügen. Gegen Australien lag Deutschland bereits mit 0:2 zurück, ehe Kapitänin Saskia Bartusiak in der Nachspielzeit den späten Ausgleich zum 2:2 erzielte. Im letzten Gruppenspiel folgte dann eine ernüchternde 1:2-Niederlage gegen Kanada – dennoch zog die Mannschaft als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein.

Bis zu diesem Zeitpunkt wirkte die Neid-Elf nicht unbedingt wie eine Mannschaft, die Olympiasieger werden würde. Doch in der K.o.-Phase steigerte sich das Team deutlich. Im Viertelfinale gegen China mussten die Deutschen jedoch Geduld aufbringen, ehe Melanie Behringer in der 77. Minute mit einem spektakulären Distanzschuss die Führung erzielte. Die Chinesinnen, die in der Schlussphase wegen einer roten Karte nur noch zu zehnt spielten, hätten beinahe die Verlängerung erzwungen – doch der späte Foulelfmeter von Wang Shuang scheiterte am Pfosten, sodass Deutschland den Einzug ins Halbfinale perfekt machte.

Revanche gegen Kanada und der Einzug ins Finale

Im Halbfinale kam es zum Wiedersehen mit Kanada – und diesmal gelang die Revanche für die Gruppenniederlage. Behringer brachte ihr Team per Foulelfmeter in Führung, Sara Däbritz erhöhte nach der Pause auf 2:0. Für die Kanadierinnen gab es kein Zurück mehr, und Deutschland stand zum ersten Mal in einem olympischen Goldspiel der Frauen.

Im Finale wartete Schweden, das selbst eine bemerkenswerte Reise hinter sich hatte. Pia Sundhages Team hatte sich nur als einer der besten Gruppendritten qualifiziert, schaltete dann aber im Viertelfinale Titelverteidiger USA und im Halbfinale Gastgeber Brasilien aus – jeweils im Elfmeterschießen. Für die Schwedinnen war es ebenfalls die erste Teilnahme an einem olympischen Endspiel der Frauen.

Ein Finale mit historischer Bedeutung

Deutschland hingegen konnte auf reichlich olympische Erfahrung zurückblicken: Dreimal in Folge hatte die Mannschaft Bronze gewonnen – 2000 in Sydney, 2004 in Athen und 2008 in Peking. Nun aber war das Ziel klar: endlich Gold.

Im Finale zeigte sich Schweden deutlich offensiver als in den Runden zuvor, doch bis zur Pause fiel kein Tor. Kurz nach Wiederanpfiff traf Dzsenifer Marozsan mit einem herrlichen Schuss aus dem Strafraum zur deutschen Führung. Die Mittelfeldspielerin war auch am zweiten Tor beteiligt, als ihr Freistoß an den Pfosten prallte und Linda Sembrant den Abpraller ins eigene Tor lenkte. Die Schwedinnen gaben sich jedoch nicht geschlagen: In der 67. Minute verkürzte die eingewechselte Stina Blackstenius auf 1:2 und sorgte für einen spannenden Schlussabschnitt. Deutschland, mit starken Leistungen von Almuth Schult, Alexandra Popp, Bartusiak und Marozsan, brachte den Vorsprung ins Ziel und feierte vor 52.432 Zuschauern den historischen Triumph.

Behringers Abschied und Neids Vermächtnis

Kaum eine Spielerin prägte den Goldlauf so sehr wie die Münchner Mittelfeldspielerin Melanie Behringer, die mit fünf Treffern Torschützenkönigin des Turniers wurde. Ihre entscheidenden Tore gegen China und Kanada ebneten den Weg ins Finale. Ihr fünftes Tor im Halbfinale gegen Kanada war zugleich ihr letztes für die Nationalmannschaft – nach Rio 2016 beendete sie ihre glanzvolle internationale Karriere, ebenso wie Saskia Bartusiak und Annike Krahn.

Für Trainerin Silvia Neid hatte der Triumph in Brasilien eine ganz besondere Bedeutung. Das Finale in Rio war ihr letztes Spiel als Bundestrainerin nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem sie das Team 2007 zum FIFA Frauen-Weltmeisterschaftstitel führte, 2009 und 2013 die UEFA Women’s EURO gewann und 2008 olympisches Bronze holte. Gold in Rio war die letzte große Trophäe, die ihr und der Mannschaft noch gefehlt hatte.

Zehn Jahre später zählt diese goldene Nacht im Maracanã immer noch zu den ikonischsten Momenten in der Geschichte der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

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