De la Fuente: Spaniens Vaterfigur bei der WM

Kurzüberblick
Luis de la Fuente, Spaniens Nationaltrainer, wird während der FIFA WM 2026 65 Jahre alt und gilt als Vaterfigur für sein Team. Er fördert junge Talente wie Lamine Yamal und betont die familiäre Atmosphäre im Kader.
Luis de la Fuente, der spanische Nationaltrainer, feierte während der FIFA Weltmeisterschaft 2026 seinen 65. Geburtstag – auch wenn er scherzhaft behauptet, erst 55 zu sein und noch jünger auszusehen. Doch der gebürtige Riojano stand nicht immer so im Rampenlicht wie heute. Als er im Dezember 2022 die Leitung der A-Nationalmannschaft übernahm, hatte er bereits fast ein Jahrzehnt im spanischen Fußballverband gearbeitet. Bevor er Stars trainierte, lernte er, sie zu entwickeln.
Eine Reise durch die Nachwuchsmannschaften
De la Fuentes Weg durch die spanischen Nationalteams begann 2013. Zunächst wurde er zum Trainer der U-19-Auswahl ernannt, später betreute er die U-21 und die Olympiamannschaft, bevor er den Spitzenposten erreichte. In dieser Zeit begleitete er die Entwicklung vieler Spieler, die heute das Rückgrat der spanischen Nationalmannschaft bilden.
Rodri, Fabian Ruiz, Mikel Merino und Unai Simon sind nur einige Namen, die unter seiner Anleitung als Teenager den Durchbruch schafften. Verteidiger Jesus Vallejo, Kapitän mehrerer erfolgreicher Jugendteams unter De la Fuente, fasste einmal eine der größten Stärken des Trainers zusammen: Er kenne viele dieser Spieler seit ihrem 15. Lebensjahr.
Diese Vertrautheit ermöglicht es De la Fuente, jeden Spieler nicht nur als Fußballer, sondern auch als Menschen zu verstehen. Während seiner gesamten Karriere pflegte er enge Beziehungen, die weit über taktische Fragen hinausgehen.
Ein Vater für die Mannschaft
Im Jahr 2026 ist er für die 26 Spieler seines Kaders so etwas wie eine Vaterfigur – eine passende Beschreibung, zumal der Sonntag in den USA auch Vatertag war. Doch diese väterliche Rolle nahm schon lange vor dieser Weltmeisterschaft Gestalt an.
Diese Seite seines Charakters bleibt auch während der laufenden WM sichtbar. Vor Spaniens 4:0-Sieg gegen Saudi-Arabien im zweiten Gruppenspiel wurde De la Fuente auf Vergleiche zwischen Lamine Yamal – einem der vielversprechendsten Talente der neuen spanischen Generation – und Fußballikonen wie Lionel Messi und Diego Maradona angesprochen. Seine Antwort beschwor die Rolle eines Elternteils.
„Der größte Fehler wäre, ihn mit Messi oder Maradona zu vergleichen“, sagte De la Fuente. „Er ist noch in der Entwicklung und hat einen langen Weg der Reife vor sich. Für uns und für sich selbst ist er einfach ein weiteres Mitglied der Gruppe, und das ist eine große Stärke.“
„Wir müssen ihm helfen, wenn wir ihn weiterhin genießen wollen. Der Weg, ihm zu helfen, ist, ihn in diesem Entwicklungsprozess zu begleiten, und diejenigen unter uns, die Eltern sind, verstehen das. Ohne in seinen Raum einzudringen, aber immer an seiner Seite zu sein.“
Lamine Yamal: Geschützt und gefördert
Yamal gab sein WM-Debüt im torlosen Unentschieden Spaniens gegen Cabo Verde, bevor er gegen Saudi-Arabien in die Startelf rückte – begleitet von wachsendem externen Druck, den jungen Flügelspieler in den Mittelpunkt zu stellen. Im spanischen Lager jedoch genoss er die Geduld und den Schutz von De la Fuente.
Vom Trainer unterstützt, eröffnete Yamal gegen Saudi-Arabien den Torreigen und verwandelte das Atlanta Stadium in einen brodelnden Hexenkessel.
„Eine so junge Generation anzuzweifeln, erscheint mir unfair“, sagte De la Fuente nach dem Spiel, sichtlich zufrieden mit dem Gesehenen. „Ich bin eher ein Erzieher als ein Trainer. Man kann mit Lamine nicht so sprechen wie mit Jesus Navas.“
Ein Familienpatriarch – das ist vielleicht die beste Beschreibung für De la Fuente. Als er während der Weltmeisterschaft 65 Jahre alt wurde, sprach der spanische Trainer weniger über Trophäen und Erfolge als über die Bindung, die er zu den ihm anvertrauten Spielern hat. „Mein Geburtstagswunsch ist, dass ich weiterhin das Leben, meine Arbeit und das Glück, das ich habe, genießen kann. Wir sind eine Familie.“
Mehr zu diesen Themen

Christian Karembeu: Vom Zuschauer in Neukaledonien zum Weltmeister
Christian Karembeu erzählt im FIFA-Podcast von seiner einzigartigen Weltmeisterschaftsreise: Als Jugendlicher verfolgte er 1986 in Neukaledonien das legendäre Frankreich-Brasilien-Spiel, zwölf Jahre später stand er selbst im WM-Finale gegen Brasilien und gewann den Titel.

Die jüngsten Torschützen der FIFA-Weltmeisterschaftsgeschichte
Die FIFA-Weltmeisterschaft hat im Laufe der Jahre einige bemerkenswert junge Talente hervorgebracht, die sich in die Geschichtsbücher eingetragen haben. Dieser Artikel beleuchtet die jüngsten Torschützen in der Geschichte des Turniers, von Pelé bis zu neueren Stars, und bietet einen detaillierten Rückblick auf ihre Rekorde und die Umstände ihrer Tore.

Mikel Oyarzabal zum Spieler des Spiels gekürt
Mikel Oyarzabal wurde nach Spaniens Sieg gegen Saudi-Arabien zum FIFA Man of the Match ernannt. Der Offensivspieler erzielte zwei Tore und bereitete ein weiteres vor.

Spanien feiert ersten Sieg bei der FIFA-Weltmeisterschaft
Spanien hat bei der FIFA-Weltmeisterschaft den ersten Sieg eingefahren. Die Mannschaft zeigte eine starke Leistung und sicherte sich drei wichtige Punkte.



