Guardado: Mexiko will beste WM-Leistung aller Zeiten zeigen

Kurzüberblick
Andres Guardado, ehemaliger mexikanischer Nationalspieler, spricht im FIFA-Interview über Mexikos bisherigen Turnierverlauf, die elektrisierende Stimmung im Land und die Favoriten der FIFA WM 2026™.
Andres Guardado, eine der prägendsten Figuren der modernen mexikanischen WM-Geschichte, hat sich in einem exklusiven Interview mit der FIFA zum bisherigen Abschneiden von La Tri geäußert. Der in Guadalajara geborene Mittelfeldspieler bestritt zwischen der WM 2006 in Deutschland und dem Turnier 2022 in Katar insgesamt 13 Spiele bei fünf Weltmeisterschaften. Mittlerweile ist Guardado zurückgetreten und arbeitet während der Endrunde 2026 als TV-Experte für den Sender Telemundo.
Bisheriger Turnierverlauf: Alles nach Plan
„Bisher ist alles nach Plan gelaufen. Das erste Ziel war es, die Gruppenphase zu überstehen, und das haben wir geschafft. Die Vorfreude ist riesig, denn wir dürfen nun im Achtelfinale vor heimischem Publikum spielen – und hoffentlich auch im Viertelfinale. Wir wollen unsere beste WM-Leistung aller Zeiten zeigen“, so Guardado.
Elektrisierende Stimmung in Mexiko
Die Atmosphäre in Mexiko beschreibt Guardado als unglaublich. „Man spürt sie vom Moment der Ankunft an. Die Straßen sind absolut elektrisierend. Dass die Mannschaft gewinnt, befeuert die Stimmung noch zusätzlich. Aber es geht nicht nur um Mexiko: Auch nach dem Sieg Kolumbiens war die Begeisterung riesig, als ihre Fans den El Angel de la Independencia überfluteten. Wir erleben die WM hier einfach anders – wir leben und atmen Fußball.“
Torwartfrage und Schlüsselspieler
Guardado äußerte sich auch zur Torwartsituation. „Es ist ein Unterschied, ob der Trainer auf der Bank noch nie bei einer WM gespielt hat oder ob jemand wie Memo Ochoa mit seiner Erfahrung daneben sitzt. Das setzt den Starttorwart unter Druck. Aber Rangel macht das sehr gut. Gegen Südkorea hat er in den Schlussminuten eine glänzende Parade gezeigt, die den Sieg bewahrte. Das wird ihm für den weiteren Turnierverlauf viel Selbstvertrauen geben.“
Offensiv zeige sich Mexiko so flexibel wie nie. „Quiñones ist der Unterschiedsspieler – oder besser gesagt, derjenige, der am entschlossensten die Abwehrreihen durcheinanderbringt. Er kam erst spät in den WM-Kader, obwohl wir sein Können kannten. Alexis Gutiérrez hat nach einer Verletzung in den letzten Monaten noch nicht wieder zu seiner Form gefunden, während Quiñones als Torschützenkönig in Saudi-Arabien überzeugte und sich so in die Mannschaft spielte. Er hat einen echten Einfluss.“
Besonders hob Guardado die Rolle von Lira hervor. „Es freut mich, dass über Lira gesprochen wird, denn das würdigt eine Position, die oft unbemerkt bleibt, aber für das Funktionieren des Teams entscheidend ist. Er spielt auf absolutem Topniveau. Er macht alles richtig – er deckt hervorragend und presst intelligent. Das erste Tor gegen Südafrika entstand, weil er nach vorne ging, Druck ausübte und den Ball in der gegnerischen Hälfte zurückeroberte. Für mich ist er der zentrale Spieler in allem, was Mexiko erreicht hat. Quiñones wird die Schlagzeilen für seine Tore und seine Offensivkraft bekommen, aber Lira ist der Schlüsselspieler.“
Favoriten und Überraschungen
Über die USA zeigte sich Guardado überrascht. „Sie haben in ihren ersten beiden Spielen sehr gut ausgesehen, besonders in der Offensive. Sie spielen direkt, mit viel Abwechslung – mal Ballbesitz, mal tiefe Läufe. Ein starker Start.“
Bei den Favoriten sieht Guardado Frankreich und Argentinien auf dem erwarteten Niveau. „Frankreich hat die Erwartungen erfüllt, Argentinien ebenfalls. Eine Mannschaft, die viel Aufmerksamkeit erregen wird, ist Marokko. Sie haben bereits gezeigt, dass sie das Niveau der letzten WM halten können. Ich erwarte, dass sie wieder einigen Teams Probleme bereiten werden.“
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