Mexikos WM-Geschichte: Rekorde, Highlights und der Weg 2026

Kurzüberblick
Mexiko wird 2026 als erstes Land zum dritten Mal eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten. Die Mannschaft von Trainer Javier Aguirre strebt nach dem Viertelfinal-Einzug von 1986 den ersten Titel an.
Mexiko wird 2026 als erstes Land zum dritten Mal eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten. Gemeinsam mit Kanada und den USA ist „El Tricolor“ Gastgeber des Turniers, das erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragen wird. Für die mexikanische Nationalmannschaft ist es die 18. Teilnahme an einer WM-Endrunde – eine beeindruckende Serie, die seit 1994 neun aufeinanderfolgende Qualifikationen umfasst.
Die WM-Geschichte Mexikos: Von den Anfängen bis heute
Erste Teilnahme 1930 und frühe Jahre
Mexiko debütierte 1930 bei der ersten Weltmeisterschaft in Uruguay. Das Team bestritt das Eröffnungsspiel des Turniers gegen Frankreich und verlor 1:4 – Juan Carreño erzielte dabei das erste WM-Tor der mexikanischen Geschichte. Nach weiteren Niederlagen gegen Chile und Argentinien schied Mexiko bereits in der Gruppenphase aus. In den folgenden Jahrzehnten blieb der Erfolg bescheiden: Bei den Turnieren 1950, 1954, 1958, 1962 und 1966 kam das Team nie über die Vorrunde hinaus.
Die goldenen Jahre als Gastgeber: 1970 und 1986
Die größten Erfolge feierte Mexiko als Gastgeber. 1970 erreichte die Mannschaft unter Trainer Raúl Cárdenas das Viertelfinale, wo sie gegen Italien mit 1:4 verlor. Der 4:0-Sieg gegen El Salvador im Estadio Azteca war der höchste WM-Sieg der Mexikaner – Tore von Javier Valdivia (2), Javier Fragoso und Ignacio Basaguren besiegelten den Erfolg. 1986 wiederholte Mexiko unter Bora Milutinović den Viertelfinal-Einzug. Nach einem 2:0-Achtelfinalsieg gegen Bulgarien, bei dem Manuel Negretes Fallrückzieher zum Tor des Turniers gekürt wurde, scheiterte das Team im Elfmeterschießen am späteren Vizeweltmeister Westdeutschland. Fernando Quirarte, damals Verteidiger, erinnerte sich in einem FIFA-Interview an die lange Vorbereitung und die gute Stimmung im Team, die sich in den Ergebnissen niederschlug.
Die Ära der stetigen Qualifikation: 1994 bis 2022
Seit 1994 hat Mexiko jede WM erreicht. 1998 in Frankreich sorgte Luis Hernández mit vier Toren für Furore – darunter ein Last-Minute-Ausgleich gegen die Niederlande, der den Einzug ins Achtelfinale sicherte. 2002 und 2010 schied Mexiko jeweils im Achtelfinale aus, 2002 gegen die USA (0:2) und 2010 gegen Argentinien (1:3). 2014 in Brasilien erreichte das Team erneut das Achtelfinale, wo es gegen die Niederlande verlor. Die WM 2018 in Russland endete ebenfalls im Achtelfinale – diesmal gegen Brasilien. Enttäuschend verlief die WM 2022 in Katar: Nach einem torlosen Unentschieden gegen Polen, einer 0:2-Niederlage gegen Argentinien und einem 2:1-Sieg gegen Saudi-Arabien schied Mexiko erstmals seit 1978 in der Gruppenphase aus.
Rekorde und besondere Spieler
Die Torjäger: Luis Hernández und Javier Hernández
Mit jeweils vier Toren sind Luis Hernández und Javier „Chicharito“ Hernández die erfolgreichsten mexikanischen WM-Torschützen. Luis Hernández traf 1998 in Frankreich viermal, darunter ein Doppelpack gegen Südkorea und ein Tor im Achtelfinale gegen Deutschland. Javier Hernández erzielte seine Tore bei den Turnieren 2010, 2014 und 2018 – unter anderem gegen Frankreich, Argentinien und Südkorea.
Rekordspieler: Rafael Márquez
Rafael Márquez hält mit 19 WM-Einsätzen den Rekord für die meisten Spiele eines Mexikaners bei Weltmeisterschaften. Der ehemalige Kapitän nahm an fünf Turnieren teil (2002, 2006, 2010, 2014, 2018) und beendete nach der WM 2018 seine Nationalmannschaftskarriere. Seit 2024 ist er Assistent von Trainer Javier Aguirre und soll nach der WM 2026 das Amt des Cheftrainers übernehmen.
Der Weg zur WM 2026: Trainer, Kader und Vorfreude
Javier Aguirre – der erfahrene Trainer
Javier Aguirre übernahm im Juli 2024 zum dritten Mal das Amt des Nationaltrainers. Bereits 2002 und 2010 führte er Mexiko ins Achtelfinale. Der 66-Jährige, dessen Spitzname „El Vasco“ auf seine baskischen Wurzeln verweist, betonte im März 2025: „Wir sind alle auf das Endziel fokussiert: Mexikos beste WM aller Zeiten.“ Aguirre setzt auf eine Mischung aus Erfahrung und Jugend: Torwart Guillermo Ochoa, der an seiner sechsten WM teilnimmt, und der 17-jährige Gilberto Mora, der jüngste mexikanische WM-Spieler aller Zeiten, sind die auffälligsten Neuzugänge im Kader.
Die Gruppenphase 2026
Als Co-Gastgeber ist Mexiko automatisch qualifiziert und trifft in Gruppe A auf Südafrika (11. Juni, Mexiko-Stadt), Südkorea (18. Juni, Guadalajara) und Tschechien (24. Juni, Mexiko-Stadt). Die Spiele versprechen eine besondere Atmosphäre, da die mexikanischen Fans ihre Mannschaft lautstark unterstützen werden – ein entscheidender Faktor, der bereits 1970 und 1986 zum Erfolg beitrug.
Fazit: Mexikos WM-Statistik und Ausblick
Mexiko hat bisher 60 WM-Spiele bestritten (17 Siege, 15 Unentschieden, 28 Niederlagen) mit einem Torverhältnis von 62:101. Die beste Platzierung bleibt das Viertelfinale (1970, 1986). Mit der Erfahrung von Aguirre, der Unterstützung von Márquez und der Begeisterung der Fans im Rücken hofft Mexiko, 2026 erstmals das Halbfinale zu erreichen. Die Vorfreude ist riesig – und die Geschichte lehrt, dass dieses Team niemals unterschätzt werden sollte.
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