Ouahbi: Frankreich ist übermächtig, aber Marokko gibt nicht auf

Kurzüberblick
Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi und Mittelfeldspieler Ayyoub Bouaddi ziehen nach dem Viertelfinal-Aus gegen Frankreich eine positive Bilanz.
Marokkos Nationaltrainer Mohamed Ouahbi hat nach dem 0:2 im Viertelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gegen Frankreich eine ehrliche Analyse geliefert und zugleich den Blick nach vorne gerichtet. Die Atlas Lions waren als erste afrikanische Mannschaft überhaupt zum zweiten Mal in Folge ins Viertelfinale eingezogen – eine historische Leistung, auch wenn der Traum vom Halbfinale wie 2022 in Katar diesmal nicht in Erfüllung ging.
Ein harter Gegner und ein gehaltener Elfmeter
„Wir müssen anerkennen, dass wir auf einen sehr schwierigen Gegner getroffen sind“, sagte Ouahbi nach der Partie. „In der ersten Halbzeit hatten wir große Probleme, aber Bounous gehaltener Elfmeter hielt uns im Spiel.“ In der zweiten Halbzeit habe sein Team besser verteidigt und ruhiger am Ball agiert. „Wir starteten gut in die zweite Hälfte, aber ihr Tor fiel aus einer eher seltsamen Sequenz – einem Gewühl – und schließlich war es Mbappés individuelle Klasse, die zum Tor führte.“
Frankreich, das 2018 in Russland den Titel holte und vor vier Jahren im Finale stand, gehört zu den Topfavoriten auf den WM-Titel 2026. Ouahbi räumte ein, dass die Équipe Tricolore Marokko kaum Gelegenheit ließ, das Tempo zu bestimmen.
Zukunftshoffnung trotz Enttäuschung
Ouahbi, der Marokko erst im März – knapp drei Monate vor WM-Beginn – übernommen hatte, blickt dennoch zuversichtlich nach vorne. Erst im vergangenen Jahr führte er Marokko zum Titel bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft in Chile. „Es war am Ende schwer, aber wir müssen weiter glauben und weiterarbeiten“, betonte er. „Wir müssen an den Grundlagen arbeiten, damit wir bei Verletzungen oder Formschwächen auf eine breitere Bank an Optionen zurückgreifen können. Wir machen weiter. Wir hören hier nicht auf. Wir sind enttäuscht, weil wir mehr wollten, aber wir müssen akzeptieren, was heute passiert ist.“
Die Zukunft Marokkos sei vielversprechend, wenn man diesen Weg fortsetze. „Wir haben eine starke Gruppe von Spielern und einige herausragende junge Talente. Wir bleiben zuversichtlich und lassen uns von dieser Niederlage nicht entmutigen.“
Bouaddi: „Fußball ist keine exakte Wissenschaft“
Ayyoub Bouaddi, einer der jungen Überflieger dieser WM, pflichtete seinem Trainer bei. Marokko habe sein gewohntes Spiel aufziehen wollen, doch gegen einen so übermächtigen Gegner sei das nicht möglich gewesen. „Wir wollten unser Spiel spielen und hatten mit dem Trainer bestimmte Aspekte trainiert, aber Fußball ist keine exakte Wissenschaft, und es lief nicht wie geplant“, erklärte der Mittelfeldspieler. „Wir mussten uns anpassen. Unser Gegner hat gut gespielt, das müssen wir akzeptieren.“
Vor der Partie sei allen bewusst gewesen, dass ein sehr starkes französisches Team wartete. „Wir wussten, dass es schwer wird und wir uns enorm anstrengen müssen – und genau das haben die Spieler getan. Jeder hat 100 Prozent gegeben. Aber so ist Fußball: Man kann nicht jedes Spiel gewinnen.“
Bouaddi zog eine positive Bilanz aus dem Turnier: „Dieses Spiel wird uns helfen, uns für künftige Turniere weiterzuentwickeln, denn es hat uns gezeigt, was uns fehlt und an welchen kleinen Details wir arbeiten müssen, wenn wir noch weiter kommen wollen.“
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