Belgien 3-2 Senegal n.V. | Tielemans-Doppelpack beschert irres Comeback

Kurzüberblick
Belgien dreht ein 0:2 in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit und gewinnt in der Verlängerung mit 3:2 gegen Senegal. Youri Tielemans erzielt per Elfmeter in der 120.+5 Minute den Siegtreffer und sichert den Roten Teufeln den Einzug ins Achtelfinale.
Belgien hat ein scheinbar aussichtsloses Spiel noch gedreht und sich mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Senegal für das Achtelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ qualifiziert. Dabei lagen die Roten Teufel fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit noch mit 0:2 zurück, ehe ein Doppelschlag von Romelu Lukaku und Youri Tielemans die Verlängerung erzwang. In der Nachspielzeit der Verlängerung verwandelte Tielemans dann einen umstrittenen Elfmeter zum 3:2-Endstand.
Senegal dominiert die erste Hälfte
Die Löwen von Teranga erwischten einen Blitzstart und setzten Belgien von Beginn an unter Druck. Vor allem über die Flügel mit Sadio Mané und Iliman Ndiaye kamen die Afrikaner immer wieder gefährlich vors Tor. Bereits in der Anfangsphase hatte Thibaut Courtois Glück, als er eine abgefälschte Flanke von Ismail Jakobs nur vor die Füße von Ismaila Sarr abwehren konnte. Der Stürmer von Crystal Palace traf aus kurzer Distanz den Pfosten und vergab auch den Nachschuss.
Die Führung für Senegal war in der 25. Minute dann aber verdient. Wieder war es Sarr, der nach einer Hereingabe von Mané am höchsten stieg und den Ball an den Pfosten köpfte. Habib Diarra reagierte am schnellsten und staubte zum 1:0 ab. Es war der erste Treffer des Mittelfeldspielers im Nationaltrikot.
Sarr erhöht – Belgien vor dem Aus
Nach der Pause legte Senegal nach. Innenverteidiger Moussa Niakhaté schlug einen präzisen langen Ball auf Sarr, der sich gegen die belgische Abwehr durchsetzte, die Kugel mit der Brust annahm und eiskalt an Courtois vorbei ins Tor schob (51. Minute). Für Sarr war es der erste Treffer in diesem Turnier, und Senegal schien auf der Siegerstraße.
Belgien fand offensiv kaum statt. Die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia wirkte ideenlos und konnte sich nur selten gegen die kompakte senegalesische Defensive durchsetzen. Die Einwechslungen von Thomas Meunier und Romelu Lukaku in der Schlussphase sollten sich jedoch als goldrichtig erweisen.
Irre Wende in der Schlussphase
In der 86. Minute war es dann soweit: Meunier flankte von rechts, Lukaku stand im Strafraum goldrichtig und köpfte den Ball unhaltbar zum 1:2 ins Netz. Plötzlich war wieder Leben im Spiel der Roten Teufel. Nur drei Minuten später schlug Tielemans zu. Leandro Trossard brachte eine scharf getretene Ecke in den Strafraum, und der Mittelfeldspieler von Aston Villa köpfte aus kurzer Distanz zum umjubelten 2:2-Ausgleich ein. Die Partie ging in die Verlängerung.
Dramatische Verlängerung mit VAR-Entscheid
In der Verlängerung waren beide Teams zunächst um Kontrolle bemüht, doch die Entscheidung fiel in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte. Tielemans wurde im Strafraum von einem senegalesischen Verteidiger zu Fall gebracht. Schiedsrichter zeigte zunächst nicht auf den Punkt, doch nach Ansicht der Videoaufnahmen (VAR) gab es den Strafstoß. Tielemans trat selbst an und verwandelte sicher zum 3:2-Endstand (120.+5). Die Enttäuschung bei den Senegalesen war riesig, während Belgien den Einzug ins Achtelfinale feierte.
Stimmen zum Spiel
„Wir sind raus – das tut weh. Wir müssen der Mannschaft gratulieren, die alles gegeben hat, aber leider konnten wir unsere Zwei-Tore-Führung nicht halten. Glückwunsch an die belgische Mannschaft, die weitergekommen ist. Wir müssen das akzeptieren – das ist Fussball.“ – Pape Thiaw, senegalesischer Trainer
„Im Fussball ist immer alles möglich, solange man daran glaubt. Die Stärke dieses Kaders liegt auch in den Spielern, die von der Bank kommen, denn mit elf Spielern allein kann man keine Ergebnisse erzielen. Wir haben ab der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit die nötigen Anpassungen vorgenommen; wir spielten die entscheidenden Pässe aus zu großer Distanz, obwohl das nicht nötig war. Das haben wir korrigiert, und die Dinge verbesserten sich, auch wenn wir das zweite Tor kassierten.“ – Rudi Garcia, belgischer Trainer
„Ich habe genug von diesen Spielen! (lacht) Es war intensiv, aber wir haben alles gegeben. Wir lagen zurück, aber wir haben Charakter gezeigt. In solchen Spielen kommt es darauf an. Diese senegalesische Mannschaft ist eine der besten des Turniers. Technisch, physisch und taktisch war es wirklich schwer. Aber als wir die Intensität unseres Pressings erhöhten, als wir bei den zweiten Bällen da waren, zeigte sich unser Teamgeist, und wir gewannen das Spiel. Es sind Siege wie dieser, die diese Mannschaft noch enger zusammenschweißen. [Zu seinem Tor] Ich glaube, mein Papa hilft mir da oben. [Dazu, dass er eigentlich den Elfmeter hätte schießen sollen] Da ich mental immer noch eine schwere Zeit durchmache, habe ich vorgezogen, dass Youri ihn schießt.“ – Romelu Lukaku, belgischer Spieler
„Wir sind enttäuscht. Wir hatten eine gute erste Halbzeit, aber das reichte nicht. Ein Spiel dauert 90 Minuten, und wir sind am Boden zerstört. Es ist sehr hart. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wenn man auf dem Platz steht, muss man alles geben, und das haben wir nicht getan. Wir können uns nur selbst die Schuld geben.“ – Habib Diarra, Senegal
Ausblick
Belgien bleibt in Seattle und trifft am 6. Juli im Achtelfinale entweder auf Gastgeber USA oder Bosnien und Herzegowina. Es ist das zweite Mal, dass Belgien einen Zwei-Tore-Rückstand in einem WM-K.-o.-Spiel dreht, nach dem 3:2-Sieg gegen Japan im Achtelfinale 2018.
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