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Anstoß England-Mexiko bleibt nach Fifa-Kehrtwende unverändertDie Fifa zog einen Vorstoß zurück, das Achtelfinale England gegen Mexiko vorzuverlegen. Nach Protesten beider Verbände bleibt es beim ursprünglichen Anpfiff um 01:00 Uhr MESZ am Montag. Wetterextreme und logistische Bedenken hatten die Diskussion ausgelöst./images/de/2026/07/anstoss-england-mexiko-bleibt-nach-fifa-kehrtwende-unverandert-8ed676a8-800w.webpAnstoß England-Mexiko bleibt nach Fifa-Kehrtwende unverändert

Anstoß England-Mexiko bleibt nach Fifa-Kehrtwende unverändert

Aktualisiert 5 min read
Fußballspieler in englischen und mexikanischen Trikots auf dem Rasen des Estadio Azteca in Mexiko-Stadt bei Flutlicht — latest news and analysis.

Kurzüberblick

Die Fifa zog einen Vorstoß zurück, das Achtelfinale England gegen Mexiko vorzuverlegen. Nach Protesten beider Verbände bleibt es beim ursprünglichen Anpfiff um 01:00 Uhr MESZ am Montag. Wetterextreme und logistische Bedenken hatten die Diskussion ausgelöst.

Das Achtelfinale der englischen Nationalmannschaft gegen Mexiko bei der Weltmeisterschaft 2026 wird wie ursprünglich geplant am Montag um 01:00 Uhr MESZ (18:00 Uhr Ortszeit in Mexiko-Stadt) angepfiffen. Die Fifa hatte zuvor erwogen, die Partie auf Sonntag, 19:00 Uhr MESZ (12:00 Uhr Ortszeit) vorzuverlegen, zog diesen Vorschlag jedoch nach heftigen Protesten beider Fußballverbände zurück.

Hintergrund der Kehrtwende

Der Weltfußballverband hatte am Freitag Gespräche mit dem englischen und dem mexikanischen Verband geführt, nachdem er die Verlegung des Spiels vorgeschlagen hatte. Wettervorhersagen deuteten auf mögliche Gewitter zur ursprünglichen Anstoßzeit hin, doch die Fifa nannte keine offizielle Begründung für ihren Vorstoß. Laut BBC-Sportquellen stand die Fifa kurz davor, die Partie neu anzusetzen und dies in einer Erklärung zu bestätigen. Die Nachricht von dem Vorschlag verärgerte jedoch sowohl englische als auch mexikanische Offizielle.

Der englische Fußballverband (FA) erbat sich Bedenkzeit, um die Wettervorhersage genauer zu prüfen. Im Verlauf der Gespräche wurden Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Spielvorbereitung, die Reisepläne der Fans und die Logistik einer solchen kurzfristigen Verlegung eines Großereignisses erörtert. In der Folge wird die Partie im Estadio Azteca nun zur ursprünglich geplanten Zeit ausgetragen.

Die Fifa-Regularien für die WM 2026 räumen dem Verband das Recht ein, Spiele „nach eigenem Ermessen zu annullieren, zu verlegen oder an einen anderen Ort zu vergeben“. Der Vorschlag war zuerst von lokalen Medien in Mexiko berichtet worden. Die Fifa betonte, es sei keine Entscheidung getroffen worden – und nach dem Widerstand beider Verbände wurde beschlossen, die ursprüngliche Anstoßzeit beizubehalten.

Reaktionen der Beteiligten

Englische Spieler gelassen

Während die Offiziellen hinter den Kulissen empört waren, zeigten sich die englischen Spieler unbeeindruckt. Flügelspieler Marcus Rashford sagte auf dem Weg vom Trainingsplatz: „Es ist nicht ideal, aber wir werden damit umgehen. Für uns ist die Vorbereitung dieselbe, egal zu welcher Uhrzeit.“ Stürmer Morgan Rogers ergänzte: „Wir werden bereit sein, egal wann das Spiel stattfindet. Wir freuen uns darauf, zu jeder Zeit.“

Mexikos Trainer: „Tritt in den Magen“

Bevor die Anstoßzeit bestätigt wurde, deutete Mexikos Trainer Javier Aguirre an, dass sein Verband über die Vorverlegung informiert worden sei. Der 67-Jährige bezeichnete die geplante Änderung im Radiointerview mit Grupo Formula als „Tritt in den Magen“. „Wir müssen alles umstellen. Es ist nicht so, dass die Vorbereitung völlig ruiniert ist, aber fast, denn man muss sechs Stunden schlucken, die man eingeplant hatte. Natürlich werden wir uns der Fifa fügen. Mir gefällt das überhaupt nicht, und meinen Spielern auch nicht.“ Aguirre betonte, dass eine frühere Anstoßzeit für sein Team kein Vorteil sei, und beklagte, nicht konsultiert worden zu sein: „Sie haben nicht einmal meine Meinung gefragt. Die Fifa organisiert, die Fifa entscheidet, und ich füge mich. Wir passen uns an, es gibt keine Ausreden, und wir müssen spielen und gewinnen.“

Wetter als ständige Bedrohung

Die Gefahr extremer Wetterbedingungen zieht sich wie ein roter Faden durch diese Weltmeisterschaft, die von Mexiko, Kanada und den USA ausgerichtet wird. Wegen der hohen Temperaturen führte die Fifa obligatorische dreiminütige Trinkpausen in jeder Halbzeit ein, die auch bei milderen Bedingungen beibehalten wurden. Mexiko hatte bereits in der Vorrunde eine Unterbrechung erlebt: Das Spiel gegen Ecuador verzögerte sich wegen Gewitters um eine Stunde. Auch Frankreichs Gruppenspiel gegen den Irak wurde in Philadelphia aus Sicherheitsgründen um über zwei Stunden verschoben. Bei der letztjährigen Klub-WM in den USA gab es bei 63 Spielen sechs wetterbedingte Verzögerungen.

Die Vorbereitung auf das Spiel war zudem von der Diskussion um Mexikos beeindruckende Bilanz im Estadio Azteca und die Höhenlage geprägt. Das Stadion liegt 2.240 Meter über dem Meeresspiegel; Mexiko verlor dort nur zwei von 89 Partien. In dieser Höhe ist der Luftdruck niedriger, die Luft dünner, und mit jedem Atemzug gelangt weniger Sauerstoff ins Blut – was bei Profifußballern zu erhöhter Herzfrequenz, Kurzatmigkeit, Dehydrierung und schnellerer Ermüdung führen kann. Das Spiel beginnt am frühen Abend bei etwa 20 Grad Celsius; bei einer Verlegung auf den Mittag wären es etwa 23 Grad gewesen.

Auswirkungen auf Fans und Heimat

Eine frühere Anstoßzeit hätte zwar den Fans in England entgegenkommen können, wäre aber für die rund 3.000 englischen Anhänger, die die Partie im 87.000 Zuschauer fassenden Azteca besuchen wollen, problematisch gewesen. Reisepläne werden oft Monate im Voraus gebucht; kurzfristige Änderungen sind kostspielig. In Großbritannien hatte Premierminister Sir Keir Starmer am Donnerstag eine Notgesetzgebung erlassen, die Pubs in England und Wales bis 5 Uhr morgens öffnen lässt. Ob diese Regelung bei einer Verlegung rückgängig gemacht worden wäre, ist unklar. Eltern hätten eine frühere Anstoßzeit vielleicht begrüßt, doch Thomas Tuchel, der englische Cheftrainer, hatte zuvor gesagt, Schulkinder sollten das Spiel in den frühen Morgenstunden sehen können, und die Eltern aufgefordert, „eine Entschuldigung für die Schule“ zu schreiben. Ein Regierungssprecher entgegnete: „Es ist Sache der Eltern, eigene Entscheidungen zu treffen. Wir wollen, dass alle das Spiel genießen, aber die Kinder sollten am Montag in der Schule sein.“

Gewitterrisiko am Sonntag hoch

Tägliche Gewitter sind in Mexiko-Stadt zu dieser Jahreszeit normal, doch für Sonntag wird ein besonders hohes Risiko vorhergesagt. Mexikanische Wetterdienste erwarten Tiefdruckgebiete in der mittleren und oberen Atmosphäre über Zentralmexiko, die die Luft instabil machen. Durch die Sonneneinstrahlung steigt die Luft schnell auf und bildet Cumulonimbus-Wolken mit häufigen Blitzen und Hagelgefahr. Die Gewitteraktivität erreicht ihren Höhepunkt meist am späten Nachmittag und Abend. Eine frühere Anstoßzeit hätte das Spiel vor dem schlimmsten Gewitter stattfinden lassen – allerdings ohne Garantie. Auch mittags sind Schauer möglich, aber die Wahrscheinlichkeit schwerer Gewitter ist geringer.

Das Spiel England gegen Mexiko wird live auf BBC One, BBC iPlayer, BBC Radio 5 Live und der BBC-Sport-Website und -App übertragen. BBC-Sprecher stellten klar, dass die BBC nicht an den Diskussionen um die Anstoßzeit beteiligt gewesen sei, wie mexikanische Medien behauptet hatten.

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