Warum reißen bei der WM ständig Trikots?

Kurzüberblick
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 kommt es auffällig häufig zu zerrissenen Trikots. Vier Spieler mussten bereits ihr Shirt wechseln – alle trugen Modelle von Puma. Der Hersteller verweist auf das leichte Material Ultraweave, das jedoch offenbar anfällig für Risse ist.
Späte Tore, rote Karten, lange Bälle, Werbung in den Trinkpausen – die WM 2026 ist geprägt von zahlreichen Trends, die das Spiel verändern. Doch ein besonders kurioses Phänomen häuft sich: zerrissene Trikots.
Seit Turnierbeginn mussten vier Spieler wegen zerrissener Shirts vom Feld gehen und sich ein Ersatzholen. In allen Fällen stammten die Trikots von Puma. Was steckt dahinter?
Die Vorfälle im Überblick
Bereits am Eröffnungsabend riss das Trikot von Pavel Sulc (Tschechien) im Spiel gegen Südkorea, als ein Verteidiger ihn zurückhielt. Nach 25 Minuten klaffte ein großes Loch im Stoff. Ähnlich erging es Gustavo Gómez (Paraguay) gegen die USA: Sein Shirt wurde nach nur acht Minuten beim Zweikampf mit Folarin Balogun an der Seite aufgerissen. Er stopfte den Fetzen in die Hose und wechselte später.
Mustafa Zico (Belgien) erlitt einen horizontalen Riss über die Brust, als Maxim de Cuyper (Ägypten) ihn zu Fall brachte. Neil el Aynaoui (Schottland) zeigte dem Schiedsrichter nach einem Riss im Zweikampf mit Jack Hendry (Marokko) demonstrativ das Loch – in der Hoffnung auf einen Elfmeter.
In allen vier Fällen entstanden die Risse, wenn Spieler von Gegnern festgehalten oder gezogen wurden. Trikots anderer Hersteller hielten ähnlichen Belastungen offenbar stand.
Das Material: Ultraweave von Puma
Puma verwendet für seine WM-Trikots das Material Ultraweave, das als extrem leicht und reibungsarm beschrieben wird. Der Hersteller bewirbt es als „schnellstes Fußballtrikot der Welt“. Ein typisches Trikot wiegt nur 72 Gramm und besteht hauptsächlich aus recyceltem Polyester. Laut Puma durchlief der Stoff eine „intensive Verschleißprüfung“ und verfügt über eine vierdimensionale mechanische Dehnbarkeit.
In einer Stellungnahme gegenüber der BBC erklärte Puma: „Fußball ist eine Kontaktsportart, daher können Kleidungsstücke bei starker Krafteinwirkung oder extremer physischer Belastung beschädigt werden. Wichtig ist, dass diese Vorfälle die Leistung der Spieler nicht beeinträchtigen. Das Feedback der Spieler zeigt, dass sie leichtere Materialien bevorzugen, um auf höchstem Niveau besser zu spielen. Deshalb haben wir bei der Entwicklung der Trikots auf Leichtigkeit in Kombination mit Bewegungsfreiheit, Atmungsaktivität und Komfort geachtet.“
Das Material fühlt sich papierartig an. Die „Authentic“-Version der Fan-Trikots besteht aus dem gleichen Stoff, die „Replica“-Version nicht. In Online-Bewertungen wird Ultraweave für seine Atmungsaktivität und Bequemlichkeit gelobt, aber auch für seine mangelnde Haltbarkeit kritisiert.
Neben den betroffenen Mannschaften (Südkorea, Tschechien, USA, Paraguay, Belgien, Ägypten, Schottland, Marokko) stattet Puma auch Österreich, die Elfenbeinküste, die Niederlande, Neuseeland, Portugal, Senegal und die Schweiz aus. Ob es bei diesen Teams ebenfalls zu Rissen kommt, bleibt abzuwarten.
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