Tunesien entlässt Lamouchi nach nur einem WM-Spiel

Kurzüberblick
Tunesien hat Trainer Sabri Lamouchi nach der 1:5-Auftaktniederlage gegen Schweden bei der WM 2026 entlassen. Es ist das erste Mal in der WM-Geschichte, dass ein Trainer nach nur einem Spiel gehen muss. Nachfolger wird der erfahrene Hervé Renard.
Der tunesische Fußballverband (FTF) hat Nationaltrainer Sabri Lamouchi mit sofortiger Wirkung entlassen. Grund war die deutliche 1:5-Niederlage im ersten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft 2026 gegen Schweden. Damit ist Lamouchi der erste Trainer in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft, der nach nur einem Spiel seinen Posten verloren hat.
Historische Entlassung nach einem Spiel
Die Partie fand am Sonntag im Estadio Monterrey in Guadalupe, Mexiko, statt. Schweden dominierte die Begegnung und ließ Tunesien keine Chance. Nach dem Schlusspfiff gab es zunächst widersprüchliche Berichte über Lamouchis Zukunft. Während einige Medien bereits seine sofortige Entlassung meldeten, bestätigten Quellen der BBC, dass der 54-Jährige am Montag noch das Training geleitet hatte. Doch nur einen Tag später gab der Verband die Trennung bekannt – offiziell „im gegenseitigen Einvernehmen“.
Bisher waren Trainer bei Weltmeisterschaften zwar schon nach zwei Spielen entlassen worden, aber nie nach nur einer Partie. So verlor Henryk Kasperczak 1998 seinen Job bei Tunesien, nachdem die Mannschaft in den ersten beiden Spielen sieglos geblieben war. Im selben Turnier wurde Südkoreas Trainer Cha Bum-kun nach zwei Niederlagen entlassen. Julen Lopetegui wiederum musste 2018 bereits zwei Tage vor Turnierbeginn gehen, nachdem er seine Zusage als neuer Real-Madrid-Trainer bekannt gegeben hatte. Lamouchis Entlassung stellt jedoch einen neuen Negativrekord dar.
Kurze Amtszeit und schwache Vorbereitung
Lamouchi hatte das Amt erst im Januar 2026 von Sami Trabelsi übernommen, der nach dem Achtelfinal-Aus beim Afrika-Cup gegen Mali zurückgetreten war. Der ehemalige Trainer von Nottingham Forest war damit nur fünf Monate im Amt. In dieser Zeit gewann er lediglich eines von fünf Spielen: einen 1:0-Erfolg gegen Haiti in seinem ersten Spiel. Die Vorbereitung auf die WM verlief katastrophal. Anfang Juni verlor Tunesien 0:1 gegen Österreich und kassierte anschließend eine 0:5-Klatsche gegen Belgien.
Nach der Pleite gegen Schweden zeigte sich Lamouchi selbstkritisch. „Die Niederlage ist schmerzhaft“, sagte er. „Mit einer so schlechten Niederlage ins Turnier zu starten, ist wirklich schwer. Wir haben zu viele Fehler gemacht, und das darf uns nicht passieren. Wir schießen uns selbst ins Bein, wir fügen uns selbst Schaden zu.“
Renard übernimmt – schwierige Aufgaben warten
Die Nachfolge tritt der erfahrene französische Trainer Hervé Renard an, der zuvor die Nationalmannschaften Marokkos und Saudi-Arabiens betreut hatte. Sein Vertrag gilt zunächst bis zum Ende des Turniers. Renard steht vor einer Herkulesaufgabe: Tunesien trifft in den verbleibenden Gruppenspielen auf Japan und die Niederlande. Nach der Auftaktniederlage sind die Chancen auf ein Weiterkommen minimal. Die Mannschaft muss nicht nur taktisch, sondern auch mental gestärkt werden, um in den nächsten Partien zu bestehen.
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