Scaloni bricht bei Pressekonferenz in Tränen aus

Kurzüberblick
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni verließ die Pressekonferenz nach der WM-Finalniederlage gegen Spanien unter Tränen. Der 48-Jährige stellte seine Zukunft als Nationaltrainer infrage, obwohl sein Vertrag noch bis Dezember läuft.
Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni hat nach der 0:1-Niederlage im WM-Finale gegen Spanien eine emotionale Pressekonferenz gegeben und dabei unter Tränen über seine Zukunft gesprochen. Der 48-Jährige, der Argentinien 2022 in Katar zum Titel geführt hatte, verließ den Raum sichtlich bewegt, nachdem er angedeutet hatte, dass er möglicherweise nicht weitermachen werde.
Eine historische Chance verpasst
Scaloni stand vor der Möglichkeit, als erst zweiter Trainer in der Geschichte der FIFA-Weltmeisterschaft den Titel zu verteidigen. Nach dem Triumph in Katar 2022 war er mit seiner Mannschaft als großer Favorit ins Turnier gestartet. Doch im Finale erwies sich Spanien als zu stark: Ferran Torres erzielte in der Verlängerung das entscheidende Tor und bescherte Trainer Luis de la Fuente und seiner Mannschaft den zweiten großen Titel nach dem Gewinn der Europameisterschaft.
Die Niederlage traf Scaloni sichtlich schwer. Auf die Frage eines Journalisten nach seiner Zukunft antwortete er mit brüchiger Stimme: „Ich werde mit dem Präsidenten sprechen. Ich habe eine Vorstellung davon, was ich tun möchte. Ich werde meinen Vertrag erfüllen, aber ich habe das Gefühl, dass ich – ich weiß nicht, ob man so etwas Großes noch einmal schaffen kann. Wir müssen das besprechen.“
Tränen und Dankbarkeit
Scaloni, der seinen Vertrag bis Dezember 2024 hat, kämpfte während der gesamten Pressekonferenz mit den Tränen. „Ich bin dem Präsidenten dankbar, dass er mir diese Chance gegeben hat, an diesem Ort zu sein, an dem ich jetzt bin. Es war ein Traumort für alle. Wir haben bis zur letzten Minute versucht, unser Bestes zu geben – das Team und der Stab. Ich glaube, es ist nur fair, dass ich mir diese Zeit nehme, um darüber nachzudenken“, sagte er.
Der Trainer bat die Journalisten um Geduld: „Haltet mit mir aus, ich weiß nicht, ob ich weitermachen kann.“ Er betonte, wie schwierig es sei, eine solche Mannschaft erneut aufzubauen: „Um weiterzumachen, braucht man viele Dinge, vor allem, den Kopf freizubekommen, neu zu starten, eine Gruppe wie diese wieder zusammenzustellen. Das ist sehr schwer, noch einmal zu schaffen.“
Schließlich stand Scaloni auf, entschuldigte sich und verließ den Raum mit den Worten: „Es tut wirklich weh, es tut mir sehr leid.“
Hintergrund: Scalonis Erfolgsgeschichte
Scaloni übernahm die argentinische Nationalmannschaft 2018 nach dem Achtelfinal-Aus bei der WM in Russland. Unter seiner Führung entwickelte sich das Team zu einer Einheit, die 2021 die Copa América gewann und 2022 in Katar den WM-Titel holte. Sein Vertrag läuft noch bis Dezember, doch die emotionale Reaktion lässt Zweifel an einer Verlängerung aufkommen. Der argentinische Fußballverband (AFA) hat sich bislang nicht offiziell zu Scalonis Zukunft geäußert.
Mehr zu diesen Themen

Rodri und Luis de la Fuente: Den Pokal zurück nach Hause bringen
Rodri und Trainer Luis de la Fuente haben Spanien zum EM-Titel geführt. Der Sieg symbolisiert die Rückkehr des Pokals nach Hause und unterstreicht die Stärke des spanischen Fußballs.

Mark van Bommel als Kandidat für Belgien-Trainerposten gehandelt
Mark van Bommel gilt als einer der führenden Kandidaten für die Nachfolge von Rudi Garcia als Cheftrainer der belgischen Nationalmannschaft. Das berichtet die belgische Zeitung Le Soir.

Leo Messis emotionaler Brief: „Der Schmerz ist immens“
Lionel Messi hat sich nach dem WM-Finale mit einem emotionalen Brief an die argentinischen Fans gewandt. Er spricht von immensem Schmerz, aber auch von Stolz und Dankbarkeit für die Unterstützung des ganzen Landes.

Pau Cubarsí erhält FIFA Young Player Award – ein besonderer Moment für das aufstrebende Talent
Der 17-jährige spanische Verteidiger Pau Cubarsí wurde mit dem FIFA Young Player Award ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt seine herausragenden Leistungen in der abgelaufenen Saison und macht ihn zu einem der vielversprechendsten Talente im Weltfußball.



