Fifa und Uefa rüsten sich für einen langen Machtkampf

Kurzüberblick
Der Konflikt zwischen der Fifa unter Gianni Infantino und der Uefa sowie anderen europäischen Verbänden eskaliert. Beide Seiten bereiten sich auf einen langwierigen Machtkampf vor, der den internationalen Fußball nachhaltig verändern könnte.
Der Machtkampf im internationalen Fußball erreicht eine neue Eskalationsstufe: Ein von der Fifa und der Uefa angeführter Zusammenschluss wichtiger Verbände bereitet sich auf einen langen und zermürbenden Konflikt vor. Was als Krise unter Fifa-Präsident Gianni Infantino begann, droht sich zu einem Abnutzungskrieg zu entwickeln, der den Weltfußball in seinen Grundfesten erschüttern könnte.
Hintergrund des Konflikts
Die Spannungen zwischen der Fifa und der Uefa sind nicht neu, haben sich aber in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Im Zentrum stehen unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft des internationalen Spielkalenders, die Verteilung der Einnahmen und nicht zuletzt die Frage nach der politischen Führung des Weltfußballs. Infantino, der seit 2016 an der Spitze der Fifa steht, sieht sich zunehmend mit Widerstand aus Europa konfrontiert.
Die Uefa und andere Schlüsselakteure des europäischen Fußballs haben deutlich gemacht, dass sie nicht gewillt sind, Infantinos Kurs ohne Weiteres mitzutragen. Sie fordern mehr Transparenz, eine gerechtere Verteilung der finanziellen Mittel und ein Mitspracherecht bei grundlegenden Entscheidungen. Die Fronten sind verhärtet, und beide Seiten scheinen bereit, einen langen Atem zu beweisen.
Strategien und Bündnisse
Die Uefa setzt dabei auf ein Bündnis mit anderen europäischen Verbänden und Ligen, um ihre Position zu stärken. Gemeinsam wollen sie Druck auf die Fifa ausüben und alternative Modelle für die Organisation des Fußballs entwickeln. Dazu gehören unter anderem Überlegungen zu einer Reform der Nationalmannschaftswettbewerbe und einer Neuausrichtung der Klubwettbewerbe.
Die Fifa wiederum versucht, ihre globale Reichweite zu nutzen und sich die Unterstützung von Verbänden außerhalb Europas zu sichern. Infantino hat mehrfach betont, dass die Fifa die Interessen aller 211 Mitgliedsverbände vertrete und nicht nur die der europäischen Elite. Diese Haltung stößt jedoch bei vielen europäischen Funktionären auf Skepsis, die darin einen Versuch sehen, die eigene Macht zu zementieren.
Die Rolle der nationalen Ligen
Besonders brisant ist die Rolle der nationalen Ligen, die zwischen den Fronten stehen. Einerseits sind sie auf die Zusammenarbeit mit der Uefa angewiesen, andererseits haben sie eigene wirtschaftliche Interessen, die sie gefährdet sehen. Die geplante Reform der europäischen Klubwettbewerbe, die mehr Spiele und höhere Einnahmen verspricht, wird von vielen Ligen kritisch gesehen, da sie die nationale Wettbewerbe schwächen könnte.
Ausblick und mögliche Folgen
Beobachter rechnen damit, dass der Konflikt noch Monate, wenn nicht Jahre andauern wird. Ein offener Bruch zwischen der Fifa und der Uefa wäre historisch und hätte weitreichende Konsequenzen für den gesamten Fußball. Denkbar wären parallele Wettbewerbsstrukturen, rechtliche Auseinandersetzungen und eine tiefe Spaltung der Fußballfamilie.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob es den Beteiligten gelingt, eine gemeinsame Basis zu finden, oder ob der Abnutzungskrieg weiter eskaliert. Fest steht: Der internationale Fußball steht vor einer Zerreißprobe, deren Ausgang niemand sicher vorhersagen kann.
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