Doku wegen Geburtsplan kritisiert

Kurzüberblick
Belgiens Nationalspieler Jeremy Doku will zur Geburt seines ersten Kindes nach Hause reisen, selbst wenn die WM noch läuft. Eine französische Moderatorin bezeichnete Väter bei der Geburt als „völlig nutzlos“, was breite Kritik auslöste.
Der belgische Nationalspieler Jeremy Doku sieht sich mit harscher Kritik konfrontiert, nachdem er angekündigt hatte, das WM-Trainingslager zu verlassen, um bei der Geburt seines ersten Kindes an der Seite seiner Frau zu sein. Der 24-jährige Flügelstürmer von Manchester City erklärte, dass er sogar dann nach Hause reisen würde, wenn Belgien noch im Turnier sei – was dem Viertelfinale entsprechen würde.
Dokus Pläne und die Reaktionen
Dokus Frau Shireen soll in der zweiten Juliwoche entbinden. „Es ist mein erstes Kind, daher möchte ich unbedingt dabei sein“, sagte Doku gegenüber Reuters. „Wenn Sie mich fragen, was ich will, lautet meine Antwort: Niemand möchte die Geburt seines ersten Kindes verpassen. Aber ich weiß auch, dass im Fußball viele andere Überlegungen eine Rolle spielen. Ich weiß, dass der Verband seine Spieler unterstützt und ihre Situationen versteht. Wir werden sehen, was wir tun können.“
Doch seine Absicht, die USA zu verlassen und nach Hause zurückzukehren, stieß auf heftige Ablehnung von France Pierron, einer Moderatorin des Senders L'Équipe. In einem Beitrag auf der Facebook-Seite der französischen Sportpublikation L'Équipe bezeichnete sie einen Vater bei der Geburt seines Kindes als „völlig nutzlos“. „Die Weltmeisterschaft ist eine unglaubliche Freude“, schrieb sie. „Es gibt Hunderte von Fußballern, die töten würden, um in deiner Haut zu stecken. Es könnte in deinem Leben nie wieder passieren. Du lebst einen Kindheitstraum, und doch wirst du alles aufgeben, um bei der Geburt deines Kindes dabei zu sein – ein widerlicher Moment, wenn du mir den Ausdruck verzeihst, bei dem der Vater völlig nutzlos ist.“
Unterstützung für Doku und Entschuldigung
Doku erhielt nach Pierrons Äußerungen viel Zuspruch im Internet – unter anderem von dem ehemaligen Boxer Brahim Asloum, der bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney Gold im Halbfliegengewicht für Frankreich gewonnen hatte. „Ein Baby ist dein ganzes Leben. Eine Weltmeisterschaft ist vorbei, wenn sie vorbei ist“, schrieb er.
Am Samstag veröffentlichte Pierron später eine Stellungnahme auf ihrer X-Seite, um ihre Kommentare zu erklären und sich für etwaige Verletzungen zu entschuldigen. „Ich habe eine persönliche Meinung im Rahmen einer kontroversen Diskussion geäußert“, sagte sie. „Ich verstehe, dass sie einige von Ihnen schockiert, verletzt oder gekränkt haben könnten, und es tut mir leid. Meine Absicht war es nie, die Rolle oder den Platz von Vätern bei ihrer Partnerin und ihrem Kind herabzusetzen.“
Belgien bestätigte am Samstag, dass Doku aufgrund einer Erkrankung das zweite WM-Gruppenspiel gegen Iran (20:00 Uhr MESZ) verpassen wird. Die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia hatte ihr Auftaktspiel gegen Ägypten 1:1 unentschieden gespielt.
Mehr zu diesen Themen

Historischer Punkt für Curaçao bei erster WM-Teilnahme
Curaçao hat bei seiner ersten Fußball-Weltmeisterschaft einen historischen Punkt geholt. Das Land mit nur 156.000 Einwohnern erkämpfte ein Unentschieden gegen Ecuador, das nun einen Punkt in der Gruppe hat.

Eloy Room stellt Rekord auf: Meiste Paraden in einem WM-Spiel
Der niederländische Torhüter Eloy Room hat beim 1:0-Sieg gegen Katar einen historischen Rekord aufgestellt: Mit 15 Paraden in 90 Minuten sicherte er sich den FIFA Man of the Match Award und die meisten Rettungsaktionen in einem WM-Spiel aller Zeiten.

Raphinha erleidet Muskelverletzung im rechten Oberschenkel
Brasilianische Tests haben bestätigt, dass Raphinha eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel hat. Der Flügelspieler bleibt beim WM-Team und wird intensiv behandelt, um für die späteren Turnierphasen fit zu werden.

Mbappé und Olise: Die neue französische Traumverbindung
Kylian Mbappé und Michael Olise begeisterten beim 3:1-Auftaktsieg Frankreichs gegen Senegal mit einer vielversprechenden Partnerschaft. Die beiden Stars zeigten ein fast telepathisches Verständnis und lassen an große Duos der WM-Geschichte denken.



