Visum-Affäre: Der aufschlussreichste Skandal dieser WM

Kurzüberblick
Die Visum-Verweigerung für ausländische Fans und Journalisten entlarvt die Widersprüche der WM in Katar. Fifa missachtet eigene Regeln und Präzedenzfälle, während Infantino sich vor Trump demütigt.
Die Kontroverse um Visa-Verweigerungen für ausländische Fußballfans und Journalisten hat sich zum bezeichnendsten Skandal dieser Weltmeisterschaft entwickelt. Sie wirft grundlegende Fragen auf: Handelt die Fifa gegen ihre eigenen Regeln? Und sollte ein Turnier überhaupt in einem Staat stattfinden, der es offenbar nicht als globales Sportereignis begreift?
Fifa bricht eigene Regeln
Die Fifa hat in der Vergangenheit stets betont, dass alle teilnehmenden Nationen und deren Bürger während einer WM freien Zugang zum Gastgeberland haben müssen. Doch nun verweigert Katar offenbar systematisch Visa – ohne transparente Begründung. Dies widerspricht nicht nur dem Geist des Turniers, sondern auch den schriftlichen Zusicherungen, die die Fifa von Katar vor der Vergabe erhalten hatte. Frühere WM-Gastgeber wie Deutschland oder Brasilien haben solche Hürden nie errichtet.
Präzedenzfall mit Signalwirkung
Die aktuelle Praxis könnte einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen: Wenn ein Gastgeberland nach Belieben Visa verweigern darf, verliert die WM ihren universellen Charakter. Besonders betroffen sind Journalisten aus Ländern, die politisch nicht auf Linie Katars liegen. Ihre Berichterstattung wird so faktisch behindert.
Infantinos fragwürdige Haltung
Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich in dieser Frage bisher bedeckt gehalten. Stattdessen fiel er durch eine unterwürfige Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump auf – eine Demütigung, die viele Beobachter ratlos zurücklässt. Was war der Sinn dieser Cravenness? Infantino scheint mehr um politische Allianzen besorgt als um die Integrität des Turniers.
Die Frage nach der Legitimität
Die Visa-Affäre nährt die grundsätzliche Debatte, ob die WM in einem Land stattfinden sollte, das die Prinzipien des Sports offen missachtet. Katar hat wiederholt gezeigt, dass es die WM nicht als globales Fest, sondern als politisches Instrument betrachtet. Die Fifa steht nun vor der Wahl: Entweder sie setzt ihre Regeln durch oder sie gibt zu, dass das Turnier nur noch eine Fassade ist.
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