FIFA bricht mit eigenen Regeln: Visum-Streit überschattet WM

Kurzüberblick
Ein Streit um Visa für ausländische Fans und Journalisten überschattet die Weltmeisterschaft. FIFA handelt gegen eigene Präzedenzfälle, darunter die Entziehung der U-20-WM 2023 in Indonesien. Experten sehen die Glaubwürdigkeit des Turniers gefährdet.
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird von einem beispiellosen Visum-Streit erschüttert. Der renommierte Sportjournalist Miguel Delaney wies in einem Beitrag auf die schwerwiegenden Implikationen hin: „Die Visa-Geschichte ist die aufschlussreichste Kontroverse, die diese WM hatte.“ FIFA handle gegen eigene Regeln und Präzedenzfälle, so Delaney. Er stellte die grundsätzliche Frage: „Sollte sie überhaupt in einem Staat ausgetragen werden, der sie offensichtlich nicht als Weltmeisterschaft betrachtet?“
FIFA bricht mit eigenem Präzedenzfall
Besonders brisant ist, dass die FIFA mit ihrem Vorgehen gegen eigene Präzedenzfälle verstößt. Erst 2023 entzog der Weltverband Indonesien die Ausrichtung der U-20-Weltmeisterschaft, nachdem lokale Behörden die Einreise der israelischen Nationalmannschaft verweigert hatten. Damals argumentierte die FIFA, dass politische Einmischung in die Teilnahme von Mannschaften nicht toleriert werden könne. Nun, bei der Senioren-WM, scheint der Verband eine gegenteilige Haltung einzunehmen, indem er Visa-Probleme für bestimmte Nationalitäten zulässt. Kritiker sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall, der die Integrität des Turniers untergräbt.
Nie dagewesene Probleme bei einer modernen WM
Solche Schwierigkeiten habe es bei einer modernen Weltmeisterschaft noch nie gegeben, betont Delaney. In der Vergangenheit wurden Turniere stets so organisiert, dass alle teilnehmenden Mannschaften, Offiziellen und Medienvertreter problemlos einreisen konnten. Die aktuellen Visa-Probleme betreffen nicht nur Journalisten, sondern auch Fans aus bestimmten Ländern, die trotz gültiger Tickets und Buchungen keine Einreisegenehmigung erhalten. Dies wirft ein Schlaglicht auf die mangelnde Kooperation des Gastgeberlandes mit der FIFA und den internationalen Fußballverbänden.
Infantinos Kuschelkurs gegenüber Trump hinterfragt
Delaney stellte zudem die Frage nach dem Sinn von FIFA-Präsident Gianni Infantinos „Kriechertum“ gegenüber dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Infantino hatte sich in der Vergangenheit mehrfach um eine enge Beziehung zu Trump bemüht, offenbar um die WM-Vergabe an die USA, Kanada und Mexiko für 2026 abzusichern. Kritiker fragen sich nun, ob diese politische Anbiederung nicht kontraproduktiv war, da sie die FIFA in eine Abhängigkeit von politischen Machtspielen gebracht habe. Die aktuellen Visa-Probleme zeigen, dass die FIFA offenbar nicht in der Lage ist, ihre eigenen Regeln gegenüber einem Gastgeberland durchzusetzen.
Die Vorfälle werfen ein schlechtes Licht auf die Organisation der WM und die Rolle der FIFA. Während der Verband offiziell betont, dass alle Teilnehmer willkommen seien, deuten die Visa-Probleme auf tiefere politische Verstrickungen hin. Beobachter fordern eine transparente Aufklärung und Konsequenzen für das Gastgeberland, sollte es weiterhin gegen die FIFA-Statuten verstoßen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die FIFA ihre Autorität wahren kann oder ob der Visum-Streit zu einer dauerhaften Belastung für das Turnier wird.
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