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Lazio zu Schadensersatz im Schwangerschaftsfall verurteiltDer Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat Lazio Women zur Zahlung von Schadensersatz an die ehemalige Mittelfeldspielerin Maja Gothberg verurteilt, weil der Verein ihr Arbeitsverhältnis aufgrund ihrer Schwangerschaft unrechtmäßig beendet hatte.

Lazio zu Schadensersatz im Schwangerschaftsfall verurteilt

Aktualisiert 3 min read

Kurzüberblick

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat Lazio Women zur Zahlung von Schadensersatz an die ehemalige Mittelfeldspielerin Maja Gothberg verurteilt, weil der Verein ihr Arbeitsverhältnis aufgrund ihrer Schwangerschaft unrechtmäßig beendet hatte.

Der italienische Frauenfußballverein Lazio Women ist vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zur Zahlung einer Entschädigung an die ehemalige Mittelfeldspielerin Maja Gothberg verurteilt worden. Der Grund: Der Verein hatte das Arbeitsverhältnis mit der schwedischen Spielerin unrechtmäßig aufgrund ihrer Schwangerschaft beendet. Die Weltspielergewerkschaft FifPro bezeichnete das Urteil als „bahnbrechend" im Bereich des Mutterschutzes im Fußball.

Hintergrund des Falls

Der Rechtsstreit begann am Ende der Saison 2023/24, in der Gothberg 29 Einsätze absolviert und maßgeblich zum Aufstieg des Vereins in die höchste italienische Spielklasse beigetragen hatte. Nach eigenen Angaben hatte der Klub mit ihr über einen neuen Vertrag verhandelt. Obwohl dieser nicht formell unterzeichnet war, zeigten WhatsApp-Nachrichten, dass die wesentlichen Bedingungen bereits vereinbart waren. Bevor der Vertrag formalisiert wurde, erfuhr Gothberg von ihrer Schwangerschaft und informierte den Verein – obwohl sie dazu rechtlich nicht verpflichtet war. Lazio setzte die grundsätzliche Vereinbarung nicht um und behauptete später, Gothberg habe nicht mehr für den Klub spielen wollen, da das Verhältnis zerrüttet sei.

Das CAS-Urteil stellt klar, dass der Verein gegen die FIFA-Mutterschutzregeln verstoßen hat. Nach diesen Regeln müssen Klubs nachweisen, dass eine Schwangerschaft nicht der Grund für eine Vertragsbeendigung ist. Zudem gelten Schwangerschaftsinformationen als vertrauliche medizinische Daten. Lazio hatte die Schwangerschaft von Gothberg ohne deren Einwilligung mehreren Teamkolleginnen mitgeteilt, was ebenfalls als Verstoß gewertet wurde.

Reaktionen und Bedeutung des Urteils

„Dieser Fall war nie nur eine Frage des Fußballs, sondern darum, fair und respektvoll behandelt zu werden in einem wichtigen Moment meines Lebens", sagte Gothberg. „Das Urteil sendet die Botschaft, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund behandelt werden darf, einer Spielerin Arbeitsmöglichkeiten zu verweigern."

Alexandra Gomez Bruinewoud, Rechtsdirektorin von FifPro, betonte: „Dieser Fall zeigt, dass die Mutterschutzbestimmungen der FIFA nicht nur leere Worte sind, sondern echten Schutz für Spielerinnen bieten. Die Bedeutung dieses Urteils geht über Maja Gothberg hinaus und bestätigt, dass Klubs nicht einfach aus einem Arbeitsverhältnis aussteigen können, sobald sie von einer Schwangerschaft erfahren – selbst wenn der Vertrag noch nicht vollständig formalisiert ist."

Gothberg wurde während des gesamten Verfahrens von FifPro und der schwedischen Spielergewerkschaft Spelarforeningen unterstützt und vertreten. Der Fall war zunächst von der Schiedskammer der FIFA (DRC) abgewiesen worden, bevor er vor den CAS gebracht wurde.

Vergleich mit früheren Fällen

Der Fall erinnert an das Verfahren der ehemaligen isländischen Nationalmannschaftskapitänin Sara Björk Gunnarsdóttir, die 2023 gegen Olympique Lyon gewann. Ein FIFA-Tribunal hatte den französischen Verein zur Zahlung von mehr als 82.000 Euro (rund 72.000 Pfund) an ausstehenden Gehältern während ihrer Schwangerschaft verurteilt. FifPro bezeichnete dies damals als „Meilenstein". Lyon wurde zudem mit einem Transferverbot gedroht, falls die Zahlung nicht innerhalb von 45 Tagen erfolge.

Mutterschutzrechte im Fußball

Die FIFA hat ihre Mutterschutzregelungen weiterentwickelt. Seit 2024 gelten verbesserte Bestimmungen zum Schutz von Spielerinnen und Trainerinnen während und nach der Schwangerschaft sowie bei nicht-biologischer Mutterschaft wie Adoption. Das überarbeitete Regelwerk sieht unter anderem einen bezahlten Mutterschaftsurlaub von mindestens 14 Wochen vor – für Trainerinnen, während dies zuvor nur für Spielerinnen galt. Spielerinnen und Trainerinnen erhalten während dieser Zeit 100 Prozent ihres Wochengehalts sowie aller weiteren Vergütungen und Leistungen, bevor der Satz nach 14 Wochen auf das gesetzliche Niveau sinkt. Klubs können jedoch freiwillig länger volle Bezüge zahlen.

Die ehemalige englische Stürmerin Toni Duggan war 2022 die erste Spielerin der Women's Super League, die bei Everton Mutterschaftsgehalt bezog. Bei Adoption können Spielerinnen und Trainerinnen je nach Alter des Kindes eine Freistellung erhalten, während Familienurlaub für Elternteile vorgesehen ist, die nicht die leibliche Mutter sind. Klubs dürfen außerhalb des Transferfensters Spielerinnen verpflichten, wenn ein Teammitglied Mutterschafts-, Adoptions- oder Familienurlaub nimmt. Zudem haben Spielerinnen das Recht, aus gesundheitlichen Gründen im Zusammenhang mit der Menstruation trainings- oder spielfrei zu bekommen, bei voller Bezahlung.

Im Jahr 2024 berichtete BBC Sport, dass Klubs von FifPro neue Leitlinien zur Unterstützung von Spielerinnen nach der Geburt eines Kindes erhalten haben. Diese Leitlinien decken Themen wie Fitness, Ernährung und Kinderbetreuung ab. Erst im vergangenen Monat startete die englische Spielergewerkschaft PFA eine Partnerschaft mit einer Fruchtbarkeitsklinik, um ihren Mitgliedern vertrauliche und fachkundige Beratung zur Familienplanung sowie finanzielle Rabatte auf ausgewählte Behandlungen zu ermöglichen.

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