„Man kann nicht atmen“ – Wie ist es, in großer Höhe zu spielen?

Kurzüberblick
Die BBC-Experten Rachel Corsie und Lucas Leiva schildern ihre Erfahrungen mit dem Fußballspielen in großer Höhe. Anlass ist das Spiel Englands gegen Mexiko im Estadio Azteca, das auf 2.240 Metern über dem Meeresspiegel liegt.
Die Herausforderungen des Fußballspielens in großer Höhe sind gewaltig, wie die BBC-Experten Rachel Corsie und Lucas Leiva aus eigener Erfahrung berichten. Anlass ihrer Schilderungen ist das bevorstehende Freundschaftsspiel der englischen Nationalmannschaft gegen Mexiko im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, das auf 2.240 Metern über dem Meeresspiegel liegt. In dieser Höhe ist die Luft dünner, was zu einer verringerten Sauerstoffaufnahme führt – ein Phänomen, das selbst topfitte Profis an ihre Grenzen bringt.
Die physischen Auswirkungen der Höhe
„Man kann nicht atmen“, beschreibt Rachel Corsie, ehemalige schottische Nationalspielerin, das Gefühl auf dem Platz. „Nach wenigen Minuten fühlt es sich an, als hätte man einen Sprint hinter sich – die Beine werden schwer, der Puls rast.“ Lucas Leiva, der frühere Mittelfeldspieler des FC Liverpool und der brasilianischen Nationalmannschaft, ergänzt: „Man muss sein Spiel komplett anpassen. Pausen sind unerlässlich, und man darf keine Energie verschwenden.“ Die dünne Luft zwingt Spieler dazu, ihr Tempo zu drosseln und sich bewusst zu erholen, was das gewohnte intensive Pressing und die schnellen Gegenstöße erschwert.
Anpassungsstrategien und Vorbereitung
Um den Effekten entgegenzuwirken, reisen Mannschaften oft Tage vor dem Spiel an, um sich zu akklimatisieren. „Man braucht mindestens drei bis vier Tage, um sich halbwegs zu gewöhnen“, so Leiva. „Trotzdem fühlt sich jeder Sprint an wie ein Marathon.“ Auch die Flüssigkeitszufuhr wird erhöht, und viele Spieler nutzen Sauerstoffmasken auf der Bank, um die Regeneration zu beschleunigen. Corsie betont, dass die mentale Vorbereitung ebenso wichtig sei: „Man darf nicht in Panik geraten, wenn der Körper nicht so reagiert wie gewohnt. Es ist eine Frage des Kopfes.“
Historische Beispiele und Bedeutung für die WM 2026
Das Estadio Azteca ist nicht das einzige Stadion in großer Höhe. In Südamerika sind Spiele in La Paz (3.640 Meter) oder Quito (2.850 Meter) berüchtigt. Für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, könnten Höhenlagen erneut eine Rolle spielen. Mexiko-Stadt ist einer der Austragungsorte, und Teams, die dort spielen, müssen sich auf die besonderen Bedingungen einstellen. Die Erfahrungen von Corsie und Leiva zeigen, dass die Höhe ein entscheidender Faktor sein kann – und dass selbst die besten Spieler an ihre Grenzen stoßen.
Das Spiel England gegen Mexiko im Estadio Azteca wird daher nicht nur taktisch, sondern auch physisch eine besondere Herausforderung. Die englische Mannschaft hat sich entsprechend vorbereitet, doch ob die Umstellung gelingt, wird sich auf dem Platz zeigen. Die BBC-Experten sind sich einig: „Es ist eine ganz andere Welt da oben.“
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