Pablo Aimar: Messi hat uns gelehrt, das Unerwartete zu erwarten

Kurzüberblick
Pablo Aimar, Assistent von Lionel Scaloni bei der argentinischen Nationalmannschaft, spricht über seine besondere Beziehung zu Lionel Messi, den Erfolg der Albiceleste und die Arbeit im Trainerteam.
Pablo Aimar, der Assistent von Argentiniens Cheftrainer Lionel Scaloni, hat in einem exklusiven Gespräch mit der FIFA über seine besondere Verbindung zu Lionel Messi und den jüngsten Erfolg der Nationalmannschaft gesprochen. Der 46-jährige ehemalige Mittelfeldspieler, der einst selbst zu den größten Talenten Südamerikas zählte, ist seit 2018 Teil des Trainerstabs und erlebt Messi aus nächster Nähe.
Von Idol zu Kollege: Eine besondere Beziehung
Bereits im Alter von 12 oder 13 Jahren spielte Lionel Messi in den Jugendmannschaften von Newell's Old Boys und träumte davon, Profi zu werden – in die Fußstapfen seines Idols Pablo Aimar zu treten. Aimar, damals unter dem Spitznamen „El Payaso“ bekannt, trug das Trikot mit der Nummer 10 von River Plate und bildete gemeinsam mit Juan Pablo Ángel und Javier Saviola eine der aufregendsten Offensivreihen des südamerikanischen Fußballs.
Als Jugendspieler hatte Aimar maßgeblichen Anteil am Gewinn der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 1997, wo er ein brillantes Duo mit Boca Juniors‘ Star Juan Román Riquelme bildete. 25 Jahre später hat sich die Bewunderung nicht abgeschwächt, sondern lediglich ihre Form gewandelt. Bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und der CONMEBOL Copa América 2007 teilten sie sich die Kabine, später standen sie sich als Gegner gegenüber – Aimar bei Valencia, Messi bei Barcelona. Heute verfolgen sie wieder das gleiche Ziel.
„Der Gedanke, dass ich Messis Idol war, erfüllt mich mit großem Stolz“, sagte Aimar. „Ich habe einmal gelesen, dass Zinédine Zidane etwas Ähnliches über Enzo Francescoli gesagt hatte, und dachte: ‚Wie muss er sich fühlen, wenn ein so brillanter Spieler so positiv über ihn spricht?‘ Zu hören, dass Messi das sagt, erfüllt mich mit Stolz.“ Er fügte hinzu: „Wir haben zusammen gespielt und standen uns später als Gegner gegenüber. Es gibt da ein unausgesprochenes Verständnis. Ich bewundere ihn nicht nur für seine fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch für den Menschen, der er ist.“
Der Erfolg der Albiceleste: Eine Ära des Triumphs
Seit Lionel Scaloni das Amt des Cheftrainers übernommen hat, hat Argentinien eine beeindruckende Erfolgsserie hingelegt. Nach dem Gewinn der Copa América 2021, der eine 28-jährige Durststrecke beendete, folgten weitere Titel für eine Mannschaft, die zuvor von zahlreichen Rückschlägen geplagt war. „Was Messi tut, ist schwer zu wiederholen, aber noch schwieriger ist es, dies in Spielen unter Druck zu schaffen“, betonte Aimar.
„Nach mehreren Jahren mit Argentinien hat jeder das Gefühl, dass dies der Ort ist, an dem wir sein wollen. Dieses Engagement und diese Einstellung wurden mit Titeln belohnt. Ich weiß nicht, ob es etwas Besseres gibt. Das macht uns unglaublich glücklich“, sagte Aimar, der auch für die Jugendmannschaften Argentiniens verantwortlich ist.
Mit Blick auf den Auftaktsieg Argentiniens mit 3:0, bei dem Messi mit einem Hattrick glänzte, kommentierte Aimar: „Wir sind sehr froh, dass wir einen guten Start hingelegt haben. Wir fühlen uns ruhig – aber nicht zu ruhig –, denn man kann nie völlig entspannt sein. Es gibt die Zufriedenheit über eine gute Leistung und die Gewissheit, einen Weltklassespieler in den eigenen Reihen zu haben.“
Ausblick auf die Gruppenphase und die Rolle von Scaloni
Mit Blick auf die Gruppenspiele gegen Österreich und Jordanien bei diesem Turnier sagte Aimar: „Das Wichtigste für uns ist, dass auf dem Platz alles gut läuft. Aber auch der Weg dorthin ist wichtig, denn Fußball kann einen auf die eine oder andere Weise prägen. Wenn man diese Zeit nicht genießt, hat man 40 Tage seines Lebens verschwendet. Eine gute Atmosphäre ist entscheidend, denn wir teilen nicht nur den Wettbewerb, sondern auch einen Teil unseres Lebens.“
Aimar hat zudem nur lobende Worte für Scaloni übrig, der in den erfolgreichen Jugendmannschaften der 1990er Jahre unter José Pekerman sein Teamkollege war. „Er hat ein fantastisches Team und eine Gruppe von Menschen zusammengestellt, die dieselbe Vision teilen – das ist sehr schwer zu erreichen. Er strahlt Selbstvertrauen und Ruhe aus.“
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