Frankreich übersteht Paraguays ‚schändliche‘ und ‚peinliche‘ Unsportlichkeit

Kurzüberblick
Frankreich besiegt Paraguay mit 1:0 und zieht ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft ein. Das Spiel war von zahlreichen unsportlichen Aktionen Paraguays geprägt, die von Experten scharf kritisiert wurden. Kylian Mbappé erzielte den entscheidenden Elfmeter.
Frankreich hat sich bei der Weltmeisterschaft in den USA gegen eine extrem robuste paraguayische Mannschaft durchgesetzt und mit einem 1:0-Sieg das Viertelfinale erreicht. Die Partie in Philadelphia war von zahlreichen unsportlichen Aktionen Paraguays überschattet, die bei Experten und Zuschauern für Empörung sorgten.
Paraguays Taktik: „Jede unsportliche Aktion, die man sich vorstellen kann“
Bereits in der Anfangsphase des Spiels zeigte Paraguay eine aggressive Gangart. Andrés Cubas entging einer Verwarnung, nachdem er Adrien Rabiot umgestoßen hatte. Juan José Cáceres trat nach Kylian Mbappé, blieb aber ebenfalls unbestraft. Der ehemalige englische Nationaltorwart Joe Hart kommentierte bei der BBC: „Paraguays Spieler waren eine absolute Schande. Wenn sie in meiner Mannschaft wären, würde ich sie vom Platz zerren.“
Der frühere englische Verteidiger Micah Richards pflichtete bei: „Es war peinlich anzusehen. Paraguay ist besser als das. Defensiv waren sie so gut, sie hätten diese Spielchen nicht nötig gehabt.“
Besonders bemerkenswert: Während die Franzosen Manu Koné, Bradley Barcola und Michael Olise verwarnt wurden, erhielt kein einziger paraguayischer Spieler eine gelbe Karte – nicht einmal, als Gabriel Ávalos Dayot Upamecano mit dem Ellbogen in den Magen stieß, als Paraguay auf der Suche nach dem Ausgleich war.
Der ehemalige schottische Flügelspieler Pat Nevin analysierte bei BBC Radio 5 Live: „Paraguay versuchte, die französischen Spieler zu provozieren, mit kleinen Schubsern und Stößen, aber nicht genug für eine gelbe Karte. Jede unsportliche Aktion, die man sich vorstellen kann, wurde angewendet.“
Die „schmutzigen Tricks“ Paraguays im Überblick
- Gustavo Velázquez trat den Elfmeterpunkt auf, um ihn vor Mbappés Schuss aufzurauen
- Dayot Upamecano erhielt einen Ellbogen in die Rippen
- Matías Galarza legte die Hand ins Gesicht von Jules Koundé
- Galarza ließ sich fallen, als Michael Olise sein Trikot zog, um eine Verwarnung zu provozieren
- Andrés Cubas ging mit einem rüden Tackling gegen Adrien Rabiot
Der entscheidende Moment: Elfmeter nach VAR-Überprüfung
Die Entscheidung fiel in der 70. Minute, als Diego Gómez das Bein ausstreckte und Désiré Doué zu Fall brachte. Schiedsrichter Ilgiz Tantashev, dessen Leistung allgemein als zu schwach kritisiert wurde, überprüfte die Szene am Spielfeldrand und entschied auf Elfmeter. Selbst dann versuchten Paraguays Spieler, den Strafstoß zu verzögern, indem sie den usbekischen Offiziellen umringten, während Gustavo Velázquez den Elfmeterpunkt aufkratzte. Kylian Mbappé ließ sich nicht beirren und verwandelte sicher – sein siebtes Tor des Turniers, womit er mit Lionel Messi in der Torschützenliste gleichzog.
Frankreichs Trainer Didier Deschamps sagte nach dem Spiel: „Es gab einige Beleidigungen von der anderen Bank, auf die wir hätten verzichten können.“ Auch nach dem Schlusspfiff kam es zu einer Rangelei, als Velázquez versuchte, französische Spieler zu konfrontieren.
Mbappé: „Sie dachten, wir kommen im Smoking“
Mbappé, der nun bei 19 Toren in 19 WM-Spielen steht und seit 2018 mehr Tore in der K.o.-Phase erzielt hat (11) als Brasilien (10), England (10), Portugal (9) und Spanien (4), zeigte sich nach dem Spiel gelassen: „Wir wissen, wie man hässlichen Fußball spielt. Sie dachten, wir kommen im Smoking, aber wir waren bereit. Selbst in diesem Spiel waren wir besser als sie. Das ist ihr Spielstil – es gibt kein Richtig oder Falsch. Sie haben versucht, uns so zu schlagen, aber wir haben gewonnen.“
Deschamps, der als erster Trainer zehn WM-K.o.-Siege feierte, verriet, dass er seine Spieler angewiesen hatte, Mbappé in der Schlussphase zu schützen: „Ich habe die beiden größten Spieler gebeten, am Ende um Kylian herumzustehen, weil sie ihn umhacken wollten. Es war nicht einfach. Sie wenden jeden Trick an. Das ist nicht die Art von Fußball, die die Leute ins Stadion lockt, aber sie haben gut verteidigt. Gegen diese südamerikanischen Mannschaften ist es immer schwierig.“
Frankreichs Reaktion: „Schönen Fußball spielen, aber auch in den Krieg ziehen“
Frankreichs Stürmer Rayan Cherki von Manchester City betonte, dass das Spiel gezeigt habe, dass die Mannschaft mit Provokationen umgehen könne: „Wir wussten, dass es ein hart umkämpftes Spiel werden würde. Aber es war wichtig für uns, ein solches Spiel bei der Weltmeisterschaft zu haben – um allen zu zeigen, dass die französische Mannschaft schönen Fußball spielen, aber auch in den Krieg ziehen kann.“
William Saliba, Verteidiger und Premier-League-Sieger mit Arsenal, ergänzte: „Sie würden hart kommen, Fouls begehen und versuchen, uns zu provozieren. Wir mussten im Spiel bleiben, denn wenn wir anfangen, Energie zu verschwenden, uns in Diskussionen zu verlieren und den Fokus zu verlieren, wäre es nicht gut gelaufen. Also blieben wir konzentriert. Es ist nicht einfach, aber manchmal tut es gut, ein so hartes Spiel zu gewinnen, denn seit Turnierbeginn waren wir gewohnt, drei Tore zu schießen. Heute war es ein 1:0-Sieg, aber genauso wertvoll.“
Schiedsrichterliche Schwäche: Viele Fouls übersehen
Die WM 2026 war bisher von einer Schiedsrichterführung geprägt, die ein flüssiges Spiel fördern sollte. Bei Ilgiz Tantashev ging dies jedoch schief. Der usbekische Referee hätte frühzeitig durchgreifen und klarmachen müssen, dass die rüde Spielweise nicht toleriert wird. Zum Vergleich: Im Achtelfinale zwischen Kanada und Marokko am selben Tag zeigte Schiedsrichter Michael Oliver sechs gelbe Karten vor der Halbzeit, woraufhin sich das Spiel beruhigte. In Philadelphia geschah das Gegenteil. Die Foulstatistik (13 für Paraguay, 11 für Frankreich) spiegelt die Realität nicht wider; der Schiedsrichter übersah viele weitere Fouls der Südamerikaner – sowohl taktische als auch abseits des Balls. Dass kein Paraguayer verwarnt wurde, während drei Franzosen Gelb sahen, ist bemerkenswert. Frankreich zog dank des durch VAR und nicht durch den Schiedsrichter gegebenen Elfmeters weiter.
Mit dem Sieg trifft Frankreich nun im Viertelfinale am Donnerstag (21:00 Uhr MESZ) im Boston Stadium auf Marokko.
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