Frankreich gegen Schweden: Ein Duell 96 Jahre nach dem ersten Anlauf

Kurzüberblick
Fast ein Jahrhundert lang haben sich Frankreich und Schweden bei Weltmeisterschaften aus dem Weg gegangen. Nun treffen die beiden europäischen Schwergewichte im Achtelfinale aufeinander – ein historisches Aufeinandertreffen, das die Fußballwelt gespannt verfolgt.
Fast ein Jahrhundert lang haben sie sich auf der größten Bühne des Fußballs gemieden – nun kommt es endlich zum Duell: Frankreich und Schweden treffen im Achtelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ aufeinander. Ein Aufeinandertreffen, das statistisch längst überfällig ist.
Ein Jahrhundert der verpassten Begegnungen
Zurück zum 29. Juni 1958: Es wäre keine große Überraschung gewesen, Raymond Kopa und Just Fontaine gegen Nils Liedholm und Co. im Finale der sechsten Weltmeisterschaft im Rasunda-Stadion von Stockholm zu sehen. Doch ein 17-jähriger Pelé hatte andere Pläne. Er inspirierte Brasilien zu einem 5:2-Sieg im Halbfinale gegen Les Bleus und verschob das Aufeinandertreffen der europäischen Schwergewichte um 68 Jahre.
Diese statistische Anomalie wird nun endlich aufgelöst: Am Dienstag, den 30. Juni, treffen die beiden Mannschaften im Achtelfinale des diesjährigen Turniers aufeinander. Seit der ersten Weltmeisterschaft 1930 waren Frankreich und Schweden ständige Größen auf der globalen Bühne: Les Bleus bestritten 76 WM-Spiele, die Skandinavier 54. Beide haben goldene Generationen hervorgebracht und ihre Spuren in der Turniergeschichte hinterlassen. Doch irgendwie gelang es ihnen stets, einander auszuweichen – wie bei einer Katz-und-Maus-Jagd.
Es gab weitere Gelegenheiten, bei denen sich ihre Wege fast kreuzten, über das Finale von 1958 hinaus, das Brasilien ebenfalls mit 5:2 gewann. 1950 belegte Schweden den dritten Platz, während Frankreich kurzfristig auf die Reise nach Brasilien verzichtete. 1994 erreichte Schweden erneut das Podium nach einem überzeugenden 4:0-Sieg gegen Bulgarien – jenes Bulgarien, das Frankreich in der Qualifikation auf dramatische Weise ausgeschaltet hatte. Als Frankreich 1998, 2006, 2018 und 2022 das Finale erreichte, war Schweden zweimal beim Turnier vertreten – 2006 und 2018 –, landete aber stets auf der anderen Seite des Turnierbaums.
Eine gemeinsame Geschichte voller Höhepunkte
Das heißt nicht, dass sich die Mannschaften fremd sind. Ganz im Gegenteil. Ihre gemeinsame Geschichte umfasst mehrere denkwürdige Kapitel. Bei der UEFA EURO 1992 trennten sie sich in der Gruppenphase 1:1 – Schweden spielte damals im eigenen Land. Zwanzig Jahre später erzielte Zlatan Ibrahimovic einen prachtvollen Fallrückzieher beim 2:0-Sieg in der Gruppenphase der EURO 2012. In der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ trafen sie erneut aufeinander, jedes Team gewann sein Heimspiel mit 2:1.
Dieses Mal jedoch scheinen die Kräfteverhältnisse anders gelagert. Frankreich kommt in beeindruckender Form in die K.o.-Phase: drei Siege und zehn Tore in der Gruppenphase unterstreichen ihren Status als einer der Favoriten. Schweden hingegen hat einen weniger direkten Weg genommen – als einer der besten Gruppendritten ohne die gleiche Erwartungslast und sich der Größe der Herausforderung durchaus bewusst.
Stimmen vor dem Duell
„Ich sehe nicht viele Mannschaften, die sie schlagen können“, sagte Schwedens legendärer Stürmer Ibrahimovic über Frankreich. „Die einzige Chance für einen Gegner ist, wenn sie nachlassen und das Tempo drosseln. Das ist der einzige Moment, in dem ich gesehen habe, dass ein Gegner ins Spiel kommt. Sie spielen auf einem anderen Niveau.“
Didier Deschamps wiederum warnte seine Spieler vor Selbstzufriedenheit. Und Schweden kann zumindest auf einen Spieler verweisen, der weiß, wie man Frankreich ärgert: Sebastian Larsson, heute Teil des Trainerstabs von Graham Potter, erzielte damals das zweite Tor beim EM-Sieg 2012 – dem letzten Aufeinandertreffen der beiden bei einem großen Turnier.
„Wenn man auf unsere Geschichte zurückblickt, haben wir schon stärkere Mannschaften besiegt“, sagte Larsson gegenüber Reuters. „Auch wenn es Frankreich ist, gibt es Grund zur Hoffnung. Und hoffentlich denken die Spieler genauso.“
Nach fast einem Jahrhundert der verpassten Gelegenheiten ist das Warten vorbei. Frankreich und Schweden treffen endlich auf der größten Bühne des Fußballs aufeinander. Auf dem Papier ist klar, wer die Katze und wer die Maus ist. Aber wenn uns die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ über die Jahrzehnte eines gelehrt hat, dann, dass der Fußball selten dem Drehbuch folgt – und dass manchmal, ganz manchmal, die Maus entwischt.
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