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Zwei Männer, ein Taxi: Alle 16 WM-Stadien in einem Londoner CabZwei Freunde reisen in einem Londoner Black Cab zu allen 16 Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Die 10.000 Meilen lange Reise durch die USA, Kanada und Mexiko ist eine Hommage an Stephen Fry und sammelt Spenden für wohltätige Zwecke./images/de/2026/07/zwei-manner-ein-taxi-alle-16-wm-stadien-in-einem-londoner-cab-74fd5764-800w.webpZwei Männer, ein Taxi: Alle 16 WM-Stadien in einem Londoner Cab

Zwei Männer, ein Taxi: Alle 16 WM-Stadien in einem Londoner Cab

Aktualisiert 3 min read
Ein schwarzes Londoner Taxi mit der Aufschrift 'Abby the Cabby' vor einem Fußballstadion, zwei lächelnde Männer daneben, eine US-amerikanische Flagge

Kurzüberblick

Zwei Freunde reisen in einem Londoner Black Cab zu allen 16 Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Die 10.000 Meilen lange Reise durch die USA, Kanada und Mexiko ist eine Hommage an Stephen Fry und sammelt Spenden für wohltätige Zwecke.

Zwei Männer, drei Länder, 16.000 Kilometer, 39 Tage, 16 Stadien, eine Weltmeisterschaft: Der Engländer Ollie Jenks und sein kanadischer Freund Seth Scott haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie wollen alle 16 Austragungsorte der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft besuchen – und das in einem traditionellen Londoner Black Cab. Die Reise begann in Vancouver und soll am 19. Juli im MetLife Stadium in New Jersey enden, pünktlich zum Finale des Turniers.

Eine verrückte Idee mit Tiefgang

Auf die Frage nach dem Warum antwortet Jenks schlicht: „Weil ich mich schnell langweile.“ Doch die wahre Motivation ist vielschichtiger. Inspiriert wurde das Abenteuer von der BBC-Dokumentation „Stephen Fry in America“ aus dem Jahr 2008, in der der Schauspieler und Komiker alle 50 US-Bundesstaaten bereiste – ebenfalls in einem schwarzen Londoner Taxi. Für den leidenschaftlichen Fußballfan Jenks verbindet die Reise zwei Herzensthemen: die Liebe zum Fußball und die Freude am Reisen.

Doch die beiden wollen nicht nur sich selbst eine Freude machen. Sie sammeln Spenden für wohltätige Zwecke und bieten Fans aus aller Welt kostenlose Mitfahrgelegenheiten an. Bislang haben sie unter anderem Anhänger aus Kolumbien, Ghana, der Demokratischen Republik Kongo und Argentinien mitgenommen. „Das Durchschnittsgehalt in Bosnien liegt bei etwa 800 Dollar im Monat. Die müssten drei oder vier Monate arbeiten, nur um sich ein Ticket zu leisten“, erklärt Jenks. „Wenn wir auf diese Weise ein wenig helfen können, haben wir gleichzeitig eine gute Tat vollbracht. Ich mag es, wie der Fußball die Gemeinschaft zusammenbringt.“

Von London nach Kapstadt – und weiter

Die beiden sind keine Neulinge in Sachen Extremreisen. Bereits Ende 2025 fuhren sie in einem Reliant Robin von London nach Kapstadt – eine 22.000 Kilometer lange Expedition durch 22 Länder, die sie zu den ersten Menschen machte, die den afrikanischen Kontinent in einem Dreirad durchquerten. Diese Erfahrung half ihnen bei der Planung der aktuellen Tour, die sie durch Kanada, Mexiko und die USA führt.

Doch der Weg war alles andere als glatt. Ihr Black Cab mit dem Spitznamen „Abby the Cabby“ war das einzige traditionelle Londoner Taxi, das sie in Nordamerika auftreiben konnten. Seth fand es schließlich auf einem Filmset in Vancouver. „Ich habe es mir angesehen und zu Ollie gesagt: ‚Das sollten wir nicht kaufen, das ist schrecklich‘“, erinnert er sich. „Der Tank war durchgerostet, die Bremsen blockiert, und es rollte nicht einmal. Wir mussten es abschleppen lassen. Die Kraftstoffleitungen waren voller Dreck, der Motor voller Schlamm. Der Kühler war durchgerostet. Es war wirklich furchtbar.“

Dennoch kauften sie das Fahrzeug für 1.000 Pfund, obwohl es sieben Jahre lang nicht gefahren worden war. Ein Monat Reparaturen war nötig, bevor die Reise überhaupt beginnen konnte. Seit dem Start des Turniers haben sie täglich etwa 560 Kilometer zurückgelegt, aber ständig mit Problemen zu kämpfen: Überhitzung, kaputte Lichter – die ständige Sorge, ob „Abby“ die 16.000 Kilometer durchhalten würde, begleitet sie.

Hinzu kamen unerwartete Verzögerungen. In Mexiko durchsuchte die Polizei das Taxi gründlich und beschlagnahmte einen Teil ihrer Ausrüstung. Trotz aller Widrigkeiten sind die beiden entschlossen, ihr Ziel zu erreichen.

Ein Abenteuer, das inspiriert

Jenks hofft, dass ihre Reise andere ermutigt, ebenfalls ihre Träume zu verwirklichen. „Man sagt, ‚nicht jeder kann das‘, aber doch. Es ist nur das Risiko“, meint er. „Ich denke, unser Risiko ist relativ gering. Wir haben einfach unsere Jobs gekündigt – zugegeben, wir haben keine Kinder und keine Hypothek, aber wir mussten trotzdem einen Weg finden. Je mehr Menschen reisen, desto weiser werden sie und lernen, einander mit Respekt zu behandeln. Vielleicht denken die Leute: ‚Diese beiden Idioten schaffen das, also nehme ich meinen alten Land Rover aus der Garage und fahre nach Marokko oder zu einem Fußballspiel nach Japan.‘“

Das Duo dokumentiert seine Reise auf Social Media unter dem Namen „Hold My Gear“. Sie haben die Hälfte der Strecke hinter sich, aber die Zeit drängt: Sie müssen am 19. Juli im MetLife Stadium in New Jersey sein, rechtzeitig zum Finale der Weltmeisterschaft. Und ganz im Sinne von Stephen Frys Dokumentation vor 18 Jahren bestand Jenks darauf, die Herausforderung in einem ikonischen britischen Fahrzeug zu meistern. „Der Londoner Taxi ist das beste britische Auto aller Zeiten“, sagt er. „Es wäre zu langweilig, wenn wir es in einem anständigen Auto machen würden.“

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