Tuchels England-Vertrag enthält Leistungsklausel

Kurzüberblick
Thomas Tuchels neuer Zweijahresvertrag als englischer Nationaltrainer ist an eine Leistungsklausel gebunden, wie FA-Chef Mark Bullingham bestätigte. Der Verband verlängerte vorzeitig, um Unsicherheiten vor der WM zu vermeiden und sich für die Heim-EM 2028 abzusichern.
Der neue Vertrag von Thomas Tuchel als englischer Nationaltrainer enthält eine Leistungsklausel. Dies gab Mark Bullingham, Geschäftsführer des englischen Fußballverbands (FA), bekannt. Tuchel, dessen ursprünglicher Vertrag nach der Weltmeisterschaft ausgelaufen wäre, hatte sich bereits Anfang des Jahres mit der FA auf eine Verlängerung um zwei Jahre geeinigt. Der neue Kontrakt läuft nun bis zum Ende der Europameisterschaft 2028.
Leistungsklausel als übliches Instrument
Auf die Frage, ob die FA abgesichert sei, falls Tuchels Abschneiden bei der WM eine weitere Zusammenarbeit infrage stelle, antwortete Bullingham: „In jedem Vertrag bei der FA gibt es Leistungsklauseln, aber ich werde nicht ins Detail gehen, worum es sich dabei handelt.“ Auf die Nachfrage, ob Tuchel eine Ausstiegsklausel nutzen könne, stellte Bullingham klar: „Wir können ihn an den Vertrag binden.“
Tuchel war 2024 mit dem Auftrag verpflichtet worden, England zum Weltmeistertitel zu führen. Der 52-jährige Deutsche, der zuvor den FC Chelsea und den FC Bayern München trainiert hatte, startet mit England am Mittwoch in die WM. Das erste Gruppenspiel gegen Kroatien findet in Arlington, Texas, statt (Anstoß 21:00 Uhr MESZ).
Vorzeitige Verlängerung trotz Kritik
Bullingham verteidigte die Entscheidung, Tuchels Vertrag vor dem Turnier zu verlängern, scharf. Die FA war dafür kritisiert worden, dem Trainer neue Konditionen zu gewähren, ohne das Ergebnis seiner eigentlichen Mission zu kennen. „Die Realität ist, dass er ein Spitzentrainer ist, der gefragt sein wird, und wir wussten, dass wir jemanden hatten, der einen wirklich guten Job macht. Wir können nicht einfach erwarten, dass jemand herumwartet und wir abwarten, wie es läuft“, sagte Bullingham.
Der FA-Chef betonte zudem, dass man vermeiden wollte, dass Ungewissheit über die Zukunft des Trainers die WM überschattet. „Man möchte das nicht über einem Turnier hängen haben“, erklärte er. Die Verlängerung sei vor allem auf die Heim-EM 2028 ausgerichtet: „Es ist ein sehr wichtiges Heimturnier für uns, und wir wollten die besten Chancen haben, das Beste zu erreichen. Wir hatten einen sehr guten Trainer – warum also nicht verlängern?“
Bullingham wies darauf hin, dass es sich um zwei verschiedene Projekte handele: „Das Projekt 2028 wollen wir mit dem besten Trainer angehen – wir haben ihn verpflichtet. Gleichzeitig schauen wir auf diese WM, um uns die bestmögliche Chance zu geben. Wir haben damals gesagt, dass er uns die beste Chance gibt, und das glauben wir immer noch.“
Trinkpausen bei der WM – nicht für die EM
Bullingham äußerte sich auch zu den Trinkpausen, die bei der WM in den USA aufgrund der hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit eingeführt wurden. Die FIFA erlaubt in jeder Halbzeit eine Unterbrechung zur Flüssigkeitsaufnahme, bei der die Trainer ihre Spieler instruieren dürfen. „Unsere Ansicht ist, dass einer der größten Faktoren, besonders für europäische Teams, die Hitze ist. Es ist herausfordernd, daher ist eine garantierte Trinkpause sehr wichtig. Aus Sicht des Spielerschutzes sind sie wirklich wichtig“, so Bullingham.
Auf die Frage, ob solche Pausen auch bei der EM 2028 eingeführt werden könnten, antwortete er: „Ich glaube nicht – das hätte ich überhaupt nicht gedacht.“
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