Tuchel setzt auf Arsenals Standardstärke – Englands Geheimwaffe für die WM

Kurzüberblick
Thomas Tuchel orientiert sich bei der englischen Nationalmannschaft an Arsenal und deren herausragenden Standardsituationen. Der Nationaltrainer setzt auf Spezialisten wie Declan Rice und Bukayo Saka, um bei der Weltmeisterschaft entscheidende Tore zu erzielen.
Thomas Tuchel, der neue englische Nationaltrainer, setzt bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft auf eine bewährte Taktik: Standardsituationen. Der ehemalige Chelsea-Coach orientiert sich dabei am Premier-League-Meister Arsenal, der in dieser Disziplin als führend gilt. Kein anderer Klub stellte mehr Spieler für den englischen WM-Kader als die Gunners, und Tuchel will deren Stärken nutzen.
Arsenals Erfolgsrezept als Vorbild
Mikel Arteta, Trainer von Arsenal, hat die Standardsituationen seines Teams perfektioniert – ein Ansatz, den Tuchel nun auf die Nationalmannschaft überträgt. In einem Turnier, in dem die Margen oft hauchdünn sind, ist der deutsche Coach fest entschlossen, aus Arsenals Spielbuch zu lernen. Er hat seinen Spielern die Bedeutung von ruhenden Bällen eindringlich vermittelt.
Arsenal gewann im Mai erstmals seit 22 Jahren die Premier League und stand im Elfmeterschießen des Champions-League-Finales. Angesichts dieses Erfolgs ist es verständlich, dass Standardsituationen seit der Ankunft der englischen Mannschaft in den USA einen Schwerpunkt im Training bilden.
Spezialisten im Kader
Unter Tuchels wahrscheinlichen Startspielern gibt es mehrere Experten für Standards. Declan Rice, einer der besten Schützen im europäischen Fußball, hat mit seinen Eckbällen in den letzten beiden Spielzeiten für Arsenal große Gefahr erzeugt. Rice wird als sicherer Starter zur WM erwartet und soll einer der designierten Spezialisten sein.
Reece James vom FC Chelsea, der als Rechtsverteidiger gesetzt ist, gehört ebenfalls zu den vielversprechenden Schützen. Tuchel kennt James' Fähigkeiten aus seiner Zeit bei Chelsea. Bukayo Sakas Qualitäten bei ruhenden Bällen werden ebenfalls hoch geschätzt, auch wenn das englische Lager aufgrund seiner anhaltenden Sehnenentzündung vorsichtig mit seiner Belastung umgehen muss.
Physische Überlegenheit als Trumpf
Die körperliche Konstitution des englischen Kaders verstärkt die Gefahr bei Standards. Von den zehn Feldspielern, die am Mittwoch gegen Costa Rica starteten, waren nur zwei – James und Elliot Anderson – unter 1,83 Meter groß. Diese Größe soll bei Eckbällen und Freistößen ausgenutzt werden.
Tuchel betonte nach der Kaderbekanntgabe: „Wir haben Spezialisten für alle verschiedenen Szenarien dabei. Wir haben immer gesagt, dass wir ein starkes Team bei Standards sein wollen, und dafür haben wir die Experten.“
Taktische Innovationen und Regeländerungen
In den Spielen gegen Costa Rica und Neuseeland setzte England Blockierer ein, um Gegner von den Zielzonen fernzuhalten. Allerdings kann der Video-Assistent (VAR) nun Tore aberkennen, bei denen vor der Ballfreigabe ein Foul begangen wurde. Daher müssen die Aktionen subtiler sein.
Eine Methode: Spieler bewegen sich auf das Tor zu, liefern sich natürliche Duelle mit ihren Bewachern, bevor eine nach außen gezogene Ecke in den Raum vor der Spielergruppe gespielt wird. So kamen John Stones und Dan Burn gegen Neuseeland zu ungedeckten Kopfballchancen.
Eine weitere Variante: England positioniert sich hinter den Gegnern und spielt eine Flanke an den zweiten Pfosten. Während der Ball über die Köpfe der Verteidiger segelt, können diese nicht zurücklaufen, um den freien Engländer zu stören.
Tuchel ließ auch eine Routine von Manchester United übernehmen, die diese gegen Tottenham erfolgreich einsetzten: Ein flacher Pass an den kurzen Pfosten, gefolgt von einem Rückpass an die Strafraumgrenze, ermöglichte einen freien Schuss.
England hat klar Priorität auf Standardsituationen gelegt und die Spieler mitgebracht, die den Unterschied ausmachen können. Ob diese Taktik den Weg zum WM-Titel ebnet, wird sich zeigen.
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