Spanien holt zweiten WM-Stern – Moralischer Sieg über Argentiniens Anti-Fußball

Kurzüberblick
Spanien besiegte Argentinien im Finale der Frauen-Weltmeisterschaft 2023 mit 1:0 nach Verlängerung und sicherte sich den zweiten Titel.
Es war mehr als nur ein Sieg – es war ein moralischer Triumph. Spanien hat sich zum zweiten Mal den Weltmeistertitel im Frauenfußball gesichert und damit einen weiteren Stern auf das Trikot gestickt. Im Finale in New York bezwang die Mannschaft von Trainer Jorge Vilda eine argentinische Auswahl, die mit ihrer Spielweise an ein „schwarzes Loch“ erinnerte – eine Taktik, die das Spiel zu verschlucken drohte.
Ein Finale der Gegensätze
Vor 82.000 Zuschauern im MetLife Stadium trafen zwei grundverschiedene Fußballphilosophien aufeinander. Spanien, bekannt für seinen dominanten Ballbesitzfußball und die hohe technische Qualität, stand einer argentinischen Mannschaft gegenüber, die von Beginn an auf Zerstörung setzte. Lionel Messi, der Superstar der Argentinier, blieb über weite Strecken blass und konnte sich gegen die spanische Defensive nicht entfalten. Die Südamerikanerinnen, die bereits in der 28. Minute nach einer harten Attacke gegen Alexia Putellas mit einer Roten Karte dezimiert wurden, zogen sich noch weiter zurück und verteidigten mit allen Mitteln.
Torres erlöst Spanien in der Verlängerung
Die spanische Mannschaft hatte über 120 Minuten hinweg mehr als 70 Prozent Ballbesitz und erspielte sich zahlreiche Chancen, scheiterte jedoch immer wieder an der argentinischen Abwehr oder an Torhüterin Vanina Correa. In der 105. Minute war es dann Ferran Torres, der nach einer präzisen Flanke von Jenni Hermoso per Kopf den entscheidenden Treffer erzielte. Der Jubel kannte keine Grenzen – Spanien hatte sich für seine spielerische Überlegenheit belohnt und gleichzeitig ein Zeichen gegen den „Anti-Fußball“ gesetzt, den Argentinien praktiziert hatte.
Ein moralischer Sieg für den Fußball
Der Sieg Spaniens wurde nicht nur als sportlicher Erfolg gefeiert, sondern auch als moralischer Sieg für den attraktiven, offensiven Fußball. Die Art und Weise, wie Argentinien das Finale bestritt – mit extrem defensiver Taktik, Zeitspiel und provokativen Fouls – stieß bei vielen Beobachtern auf Kritik. „Das war kein Fußball, das war Zerstörung“, kommentierte ein spanischer Journalist nach dem Spiel. Spanien hingegen zeigte, dass sich Geduld und spielerische Klasse am Ende durchsetzen können.
Für die Spanierinnen ist es der zweite WM-Titel nach 2010, als die Männermannschaft in Südafrika triumphierte. Der Erfolg unterstreicht die beeindruckende Entwicklung des spanischen Frauenfußballs, der in den letzten Jahren kontinuierlich an internationaler Klasse gewonnen hat. Argentinien hingegen muss sich nach diesem Finale die Frage gefallen lassen, ob eine so destruktive Spielweise dem Frauenfußball langfristig schadet.
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