Kai Havertz: „Die letzten Turniere waren eine Katastrophe“

Kurzüberblick
Kai Havertz übt deutliche Selbstkritik an der deutschen Nationalmannschaft. Die vergangenen Turniere bezeichnet er als Desaster und fordert mehr Eigenverantwortung von den Spielern.
Kai Havertz hat mit deutlichen Worten die jüngsten Leistungen der deutschen Nationalmannschaft kritisiert und dabei vor allem die Spieler in die Pflicht genommen. „Die letzten Turniere waren eine Katastrophe. Wir Spieler müssen uns selbst kritisch hinterfragen“, sagte der Offensivspieler des FC Arsenal in einem Interview. „Wir spielen für ein großes Land mit einer reichen Fußballgeschichte.“
Selbstkritik nach enttäuschenden Turnieren
Die deutsche Nationalmannschaft, die bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar bereits in der Vorrunde ausgeschieden war und auch bei der Europameisterschaft 2021 im Achtelfinale gegen England verlor, steht seit Jahren in der Kritik. Havertz, der 2014 als Jugendlicher den WM-Titel in Brasilien noch als Fan miterlebte, betonte die Verantwortung der aktuellen Spielergeneration: „Wir müssen uns eingestehen, dass wir in den letzten Jahren nicht das gezeigt haben, was von uns erwartet wird. Die Fans haben ein Recht darauf, dass wir uns verbessern.“
Historischer Kontext und Erwartungsdruck
Deutschland zählt zu den erfolgreichsten Fußballnationen der Welt: Vier Weltmeisterschaften (1954, 1974, 1990, 2014) und drei Europameisterschaften (1972, 1980, 1996) stehen in der Bilanz. Doch nach dem Titelgewinn 2014 folgte eine Phase des Umbruchs und der Enttäuschungen. Das frühe Aus bei der WM 2018 in Russland (Vorrunde) und die jüngsten Misserfolge haben die Diskussion um die Identität und die Zukunft des deutschen Fußballs neu entfacht. Havertz‘ Aussagen spiegeln den wachsenden Druck wider, der auf der Mannschaft lastet, insbesondere vor der Heim-EM 2024.
Appell an die Eigenverantwortung
Der 24-jährige Mittelfeldspieler, der 2021 mit dem FC Chelsea die Champions League gewann, forderte mehr Einsatz und Selbstreflexion von seinen Teamkollegen: „Es reicht nicht, nur das Trikot zu tragen. Wir müssen auf dem Platz liefern und uns ständig verbessern. Die letzten Turniere haben gezeigt, dass wir als Gruppe nicht gut genug waren.“ Havertz‘ Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Bundestrainer Julian Nagelsmann die Mannschaft neu formiert und auf junge Talente setzt. Die kommenden Länderspiele werden zeigen, ob die Spieler die Kritik in positive Ergebnisse umsetzen können.
Mehr zu diesen Themen

Nigeria verpasst WM erstmals – Südafrika und Ghana im Play-off
Nigeria hat sich erstmals nicht für die Frauen-Weltmeisterschaft qualifiziert. Südafrika und Ghana gewannen ihre Play-offs im Wafcon-Viertelfinale und kämpfen nun in einem interkontinentalen Turnier um die letzten WM-Plätze.

Feyenoord einigt sich mit Real Sociedad auf Javi López
Feyenoord hat sich mit Real Sociedad auf ein Leihgeschäft mit Kaufoption für Linksverteidiger Javi López geeinigt. Die mündliche Einigung steht, nun folgen die Dokumentenprüfung und die Reise nach Rotterdam.

Albert Riera wird neuer Trainer von Roter Stern Belgrad
Albert Riera hat seinen Vertrag als neuer Cheftrainer von Roter Stern Belgrad unterschrieben. Der ehemalige Coach von Eintracht Frankfurt wechselt zum serbischen Rekordmeister. Sein Berater Andy Bara von der Agentur Niagara bestätigte den Abschluss.

Carrick: Wir wollen mehr Neuzugänge
Michael Carrick äußert sich zu den Transferplänen von Middlesbrough: Der Kader sei gut ausbalanciert, doch der Trainer wünscht sich weitere Verstärkungen. Er nennt konkrete Bereiche, in denen das Team verbessert werden soll.



