WM macht mehr als genug Geld – New Yorks Bürgermeister Mamdani

Kurzüberblick
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kritisiert die hohen Kosten für Fans bei der WM 2026. Er betont, dass die FIFA mit Einnahmen von fast 9 Milliarden Dollar die Preise senken könnte. Trotz einiger Zugeständnisse bleiben Tickets und Anreise für viele unerschwinglich.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ist die teuerste aller Zeiten – doch New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hält dagegen: Die Einnahmen des Turniers seien „mehr als ausreichend“, um die Kosten zu decken, ohne die Fans zusätzlich zu belasten. In einem Interview mit BBC Radio 5 Live kritisierte Mamdani die Preisgestaltung und forderte mehr Erschwinglichkeit.
Rekordeinnahmen der FIFA
Der Fußball-Weltverband FIFA wird mit der WM 2026 voraussichtlich knapp neun Milliarden US-Dollar einnehmen – mehr als die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Mamdani argumentiert, dass diese Summe ausreiche, um die Kosten für Transport und Infrastruktur zu decken, ohne die Fans zur Kasse zu bitten. „Ich denke, bei dieser WM und bei jeder WM wird mehr als genug eingenommen, um diese Kosten zu decken. Die Fans sollten nicht diejenigen sein, die das Defizit ausgleichen müssen“, so Mamdani.
Hohe Kosten für Fans
Die Ticketpreise für die Vorrundenspiele liegen zwischen 350 und 5.000 US-Dollar (umgerechnet 260 bis 3.735 Pfund). Hinzu kommen stark gestiegene Hotel- und Transportkosten. Besonders die Preise für Züge und Busse zum New York New Jersey Stadium sorgten für Empörung: Nach einem Aufschrei der Fans wurden sie zwar gesenkt, liegen aber immer noch beim Zehnfachen des üblichen Tarifs. „New Jersey Transport verlangt fast 100 Dollar für Tickets zum Stadion. Das ist eine Entscheidung, die sie getroffen haben, und ich habe Verständnis dafür, dass sie kein Minusgeschäft machen wollen. Aber das liegt auch am Gastgebervertrag mit der FIFA“, erklärte Mamdani.
Finanzielle Belastung für England-Fans
BBC Sport berechnete vor dem Turnier, dass englische Fans, die alle drei Vorrundenspiele ihrer Mannschaft besuchen wollen, mit rund 6.500 Pfund rechnen müssen – allein für die Anreise und die Tickets. Die Gesamtkosten für eine komplette Turnierreise dürften für viele Anhänger unerschwinglich sein.
Gegenmaßnahmen der Stadt New York
Mamdani, der im Januar 2025 sein Amt als Bürgermeister antrat, betonte, dass New York den Fans entgegenkomme. So habe die Stadt 1.000 Tickets pro Spiel zum Preis von 50 Dollar gesichert. Zudem werden in jedem der fünf Stadtbezirke kostenlose Fanzonen eingerichtet. „Als ich ins Amt kam, sollte dafür noch Eintritt verlangt werden. Ich bin froh, dass wir diese Kosten abgeschafft haben“, sagte Mamdani. Auch 900 Bars und Restaurants beteiligen sich an einem „WM-Menü“ für 26 Dollar. „Wir wollen, dass dieses Turnier ein Moment ist, in dem Touristen und New Yorker gleichermaßen die Stadt neu entdecken können. Es geht darum, sich gegen die Kommerzialisierung des Sports zu wehren und zu verhindern, dass er zu einem weiteren Luxusgut wird“, so Mamdani.
Kritik an der FIFA
Der Bürgermeister machte deutlich, dass die FIFA mehr Verantwortung übernehmen müsse. „Wir haben von Anfang an klargemacht, dass wir eine WM für alle wollen. Die Ticketpreise haben bei vielen die Angst ausgelöst, nicht teilhaben zu können. Die FIFA hätte das Turnier erschwinglicher machen können“, sagte Mamdani. Trotz der Kritik zeigte er sich zuversichtlich, dass die WM ein Erfolg werde – sowohl für die Stadt als auch für die Fans, die sich die Teilnahme leisten können.
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