Mourinho über Negreira-Fall: „Ich konnte etwas riechen“

Kurzüberblick
José Mourinho äußert sich zum Negreira-Skandal und erinnert sich an seine Zeit bei Real Madrid. Der Portugiese deutet an, bereits damals Unregelmäßigkeiten wahrgenommen zu haben. Seine Aussagen sorgen für neue Diskussionen im spanischen Fußball.
Mourinho äußert sich zum Negreira-Skandal
José Mourinho hat sich erstmals öffentlich zum sogenannten Negreira-Fall geäußert, der den spanischen Fußball seit Monaten erschüttert. Auf die Frage nach den Zahlungen des FC Barcelona an den früheren Schiedsrichterfunktionär Enríquez Negreira antwortete der portugiesische Trainer mit einer bemerkenswerten Erinnerung an seine Zeit bei Real Madrid: „Als ich hier bei Real Madrid war, konnte ich etwas riechen“, sagte Mourinho gegenüber El Chiringuito de Jugones.
Der 61-Jährige, der von 2010 bis 2013 die Königlichen trainierte und dabei in erbitterte Duelle mit dem Erzrivalen Barcelona verwickelt war, ließ offen, worauf genau er sich bezog. Doch seine Andeutung dürfte die ohnehin hitzige Debatte um die mutmaßlichen Zahlungen weiter anheizen. Der Fall Negreira beschäftigt nicht nur die spanische Justiz, sondern auch die UEFA und die FIFA.
Hintergrund: Der Negreira-Skandal
Im Zentrum der Affäre steht der frühere Vizepräsident des Schiedsrichterkomitees des spanischen Fußballverbands (RFEF), José María Enríquez Negreira. Zwischen 2001 und 2018 soll der FC Barcelona insgesamt rund 7,3 Millionen Euro an dessen Unternehmen überwiesen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Korruption im Sport, unredlicher Geschäftsführung und Urkundenfälschung. Barcelona bestreitet jegliches Fehlverhalten und betont, die Zahlungen seien für technische Berichte und Ratschläge zu Schiedsrichterentscheidungen erfolgt.
Der Skandal hat weitreichende Folgen: Die UEFA leitete eine Untersuchung ein, und auch die spanische Liga forderte Aufklärung. Kritiker sehen die Integrität des Wettbewerbs gefährdet, während Barcelona-Anhänger von einer Kampagne gegen ihren Klub sprechen. Mourinhos Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die öffentliche Wahrnehmung des Falls zunehmend polarisiert.
Mourinhos Rivalität mit Barcelona
Während seiner Zeit in Madrid lieferte sich Mourinho mit Barcelona und dessen damaligem Trainer Pep Guardiola eine der intensivsten Rivalitäten der Fußballgeschichte. Die Duelle waren von Provokationen, hitzigen Derbys und gegenseitigen Vorwürfen geprägt. Mourinho, der für seine psychologischen Spiele bekannt ist, sorgte immer wieder für Schlagzeilen – etwa, als er 2011 nach einem Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona von einer „verschworenen“ Schiedsrichterführung sprach.
Seine jetzige Andeutung, bereits damals „etwas gerochen“ zu haben, könnte als Bestätigung dieser früheren Verdächtigungen gewertet werden. Allerdings vermied Mourinho konkrete Vorwürfe und nannte keine Namen oder Beweise. Stattdessen ließ er die Aussage bewusst vage, was Spekulationen Tür und Tor öffnet.
Reaktionen und Ausblick
Die spanische Sportpresse reagierte umgehend auf Mourinhos Worte. Während einige Medien darin eine Bestätigung für langjährige Vermutungen sehen, warnen andere vor voreiligen Schlüssen. Der Fall Negreira ist noch nicht abschließend aufgearbeitet; die Ermittlungen dauern an. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen dem FC Barcelona empfindliche Strafen – von Geldbußen bis hin zu Punktabzügen oder gar einem Ausschluss aus europäischen Wettbewerben.
Mourinho selbst, der aktuell bei Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag steht, hat mit seiner Aussage erneut für Aufsehen gesorgt. Ob er weitere Details preisgeben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Negreira-Skandal wird den spanischen Fußball noch lange beschäftigen – und Mourinhos Worte haben die Debatte um eine weitere Facette bereichert.
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