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Marokko-Kapitän Hakimi muss sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantwortenDer marokkanische Nationalmannschaftskapitän Achraf Hakimi muss sich vor einem französischen Gericht wegen Vergewaltigung verantworten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Anklage. Hakimi bestreitet die Vorwürfe und zeigt sich erleichtert über den bevorstehenden Prozess./images/de/2026/06/marokko-kapitan-hakimi-muss-sich-wegen-vergewaltigung-vor-gericht-verantworten-1648ec81-800w.webpMarokko-Kapitän Hakimi muss sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten

Marokko-Kapitän Hakimi muss sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten

Aktualisiert 3 min read
Achraf Hakimi in marokkanischer Nationalmannschaftskleidung verlässt ein Gerichtsgebäude in Nanterre, umgeben von Journalisten und

Kurzüberblick

Der marokkanische Nationalmannschaftskapitän Achraf Hakimi muss sich vor einem französischen Gericht wegen Vergewaltigung verantworten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Anklage. Hakimi bestreitet die Vorwürfe und zeigt sich erleichtert über den bevorstehenden Prozess.

Der Kapitän der marokkanischen Fußballnationalmannschaft, Achraf Hakimi, muss sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Die französische Staatsanwaltschaft bestätigte am Freitag, dass ein Ermittlungsrichter den Prozess für Februar 2026 angeordnet hat. Der 27-jährige Verteidiger von Paris St-Germain hatte zuvor erfolglos versucht, die Einstellung des Verfahrens zu erreichen.

Eine 24-jährige Frau hatte Hakimi beschuldigt, sie im Jahr 2023 in seiner Wohnung in der französischen Hauptstadt vergewaltigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft im Pariser Vorort Nanterre leitete daraufhin im März 2023 eine Voruntersuchung ein. Hakimi, der die Anschuldigungen stets bestritten hat, äußerte sich am Freitag in den sozialen Medien zu dem Fall.

„Die Justiz hat mir in die Augen geschaut und gesagt: ‚Wenn du nicht berühmt wärst, hätte es nie einen Fall gegeben‘“, schrieb Hakimi. „Ich habe mich entschieden, jahrelang zu schweigen. Ich glaubte, dass es mir gelingen würde, die richtigen Entscheidungen herbeizuführen, indem ich meine Würde bewahre, geduldig bin und auf die Justiz vertraue. Heute wird eine Geschichte erzählt, die nicht meine ist – auf Kosten meiner Familie, meines Lebens und vor allem der Wahrheit. Ich fühle mich manchmal wie ein leichtes Ziel. Ich habe von Anfang an auf diesen Prozess gewartet. Und jetzt warte ich sehnsüchtig darauf. Endlich werde ich sprechen können.“

Die Anwältin der Klägerin, Rachel-Flore Pardo, erklärte in einer Stellungnahme: „Nach mehr als drei Jahren rechtlicher Auseinandersetzungen, in denen meine Mandantin nach ihrer Auffassung von der Verteidigung Achraf Hakimis verleumdet und durch den Schmutz gezogen wurde, bringt diese Entscheidung ihr Erleichterung und Hoffnung. Erleichterung, dass sie von der Justiz gehört wurde und ein Recht auf ein Verfahren hat. Hoffnung, dass dieser Prozess anderen Frauen helfen und die Mauer des Leugnens und der Straflosigkeit rund um sexuelle Gewalt, auch in der Welt des Männerfußballs, weiter schwächen wird.“

Hintergrund des Falls

Die Vorwürfe gegen Hakimi kamen im März 2023 ans Licht, als die damals 24-jährige Frau Anzeige erstattete. Die Ermittlungen wurden von der Staatsanwaltschaft Nanterre geführt. Hakimi, der seit 2021 für Paris St-Germain spielt und zuvor für Inter Mailand und Borussia Dortmund aktiv war, bestreitet die Vorwürfe vehement. Der Prozess ist für Februar 2026 angesetzt, ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft

Hakimi führt Marokko derzeit bei der Weltmeisterschaft an, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Alle drei Gruppenspiele Marokkos finden in den USA statt, wo sich die Mannschaft derzeit aufhält. Sollte Marokko jedoch in die K.o.-Runde einziehen, könnte Hakimi Probleme bekommen, nach Kanada oder Mexiko einzureisen, falls die Spiele dort stattfinden. Der Grund: Die kanadische Regierung kann Personen die Einreise verweigern, die „eine Straftat begangen haben oder einer solchen überführt wurden“. Ein ähnlicher Fall ereignete sich kürzlich mit dem ghanaischen Mittelfeldspieler Thomas Partey, dem die Einreise nach Kanada verweigert wurde. Partey, der ebenfalls wegen Vergewaltigung angeklagt ist, verpasste dadurch das Auftaktspiel Ghanas gegen Panama.

Hakimis Karriere

Hakimi, der 2016 im Alter von 17 Jahren sein Debüt für Marokko gab, hat inzwischen 97 Länderspiele absolviert. Er war eine Schlüsselfigur der marokkanischen Mannschaft, die 2022 als erste afrikanische Nation das Halbfinale der Weltmeisterschaft erreichte. Der Verteidiger wechselte 2021 von Inter Mailand zu Paris St-Germain und gewann dort bisher 13 Titel, darunter in den letzten beiden Spielzeiten die Champions League.

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