Leerer Platz bei WM für inhaftierten französischen Sportjournalisten

Kurzüberblick
Bei jedem Frankreich-Spiel der WM bleibt ein Platz in der Pressetribüne leer, um auf den Fall des in Algerien inhaftierten Sportjournalisten Christophe Gleizes aufmerksam zu machen. Er wurde 2025 zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Ein leerer Platz in der Pressetribüne bei jedem Spiel der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft soll an den inhaftierten französischen Sportjournalisten Christophe Gleizes erinnern. Gleizes, der für das in Paris ansässige Magazin So Foot über afrikanischen Fußball berichtet, sitzt in Algerien im Gefängnis. Er wurde 2025 zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er angeblich den Terrorismus unterstützt haben soll.
Solidaritätsaktionen vor dem Senegal-Spiel
Am Montag, vor dem Spiel gegen Senegal (Dienstag, 20:00 Uhr BST), hissten Journalisten vor der Pressekonferenz von Frankreichs Trainer Didier Deschamps im New Jersey New York Stadium Schals mit der Aufschrift „Free Gleizes“. Die Aktion wurde von französischen Journalistengewerkschaften organisiert, die Algerien zur Freilassung von Gleizes auffordern.
Neben dem leeren Platz in der Pressetribüne bleibt auch bei jeder Pressekonferenz der französischen Mannschaft ein Stuhl leer, um auf den Fall aufmerksam zu machen. Der Journalist Vincent Duluc von der französischen Tageszeitung L'Équipe stellte Deschamps am Montag im Namen von Gleizes eine Frage zu Trinkpausen. Deschamps antwortete: „Ich hoffe für ihn und seine Familie, dass er so bald wie möglich hier sein und seine Fragen selbst stellen kann.“
Mutter reist zur WM
Gleizes' Mutter Sylvie ist zur Weltmeisterschaft gereist, um auf den Fall ihres Sohnes aufmerksam zu machen. Sie sagte der BBC am Montag, dass die Akkreditierung ihres Sohnes für das Turnier persönlich von FIFA-Präsident Gianni Infantino genehmigt worden sei. Sie fügte hinzu, dass ihr Sohn sich „abgeschnitten“ von der Welt fühle.
Der Fall von Christophe Gleizes hat international für Aufsehen gesorgt. Menschenrechtsorganisationen und Journalistenverbände fordern seine Freilassung und kritisieren die algerische Justiz. Die französische Regierung hat sich bisher nicht offiziell zu dem Fall geäußert.
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