Real Madrid fordert UEFA zu sofortigem Handeln im Negreira-Fall auf

Kurzüberblick
Real Madrid hat bei der UEFA ein Schreiben eingereicht, in dem der Klub neue Beweise im sogenannten Negreira-Fall vorlegt. Der Verein fordert die Wiederaufnahme des Disziplinarverfahrens und betont die Schwere der Vorwürfe gegen den FC Barcelona.
Real Madrid C. F. hat offiziell ein Schreiben an die Disziplinarkommission der UEFA übermittelt, in dem der Klub auf neue, belastende Beweise im sogenannten Negreira-Fall verweist. Der Fall, der seit Monaten den spanischen Fußball erschüttert, dreht sich um mutmaßliche Zahlungen des FC Barcelona an José María Enríquez Negreira, den ehemaligen Vizepräsidenten des Technischen Schiedsrichterausschusses des Königlich Spanischen Fußballverbands (RFEF).
Neue Beweise und Vorwürfe
In dem Schreiben, das Real Madrid an die UEFA adressiert hat, informiert der Klub über die Existenz relevanter Beweise, die die bereits bekannten Hinweise auf langjährige, undurchsichtige und nicht nachvollziehbare Zahlungen des FC Barcelona an Negreira untermauern. Diese Zahlungen sollen über verschiedene Unternehmensstrukturen abgewickelt worden sein. Real Madrid betont, dass diese Vorfälle aus sportdisziplinarrechtlicher Sicht ein systemisches Risiko von höchster Schwere für die Integrität der Wettbewerbe darstellen. Sie würden die Existenz einer Struktur zur unzulässigen Einflussnahme auf das Schiedsrichterwesen belegen, die mit den grundlegenden Prinzipien der Wettbewerbsgleichheit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unvorhersehbarkeit des Sportergebnisses unvereinbar sei.
Forderung nach sofortiger Wiederaufnahme des Verfahrens
Vor diesem Hintergrund fordert Real Madrid die UEFA nachdrücklich auf, das damals eingeleitete Disziplinarverfahren unverzüglich wieder aufzunehmen. Der Klub hält es für inakzeptabel, dass diese Situation über einen längeren Zeitraum andauere, da ihr Fortbestand die Glaubwürdigkeit des Fußballs, seiner Institutionen und seiner Führungspersönlichkeiten ernsthaft gefährde. Real Madrid verlangt eine entschlossene, exemplarische und sofortige Reaktion im sportlichen Bereich, unabhängig vom Ausgang der laufenden Gerichtsverfahren.
Eigenständige Maßnahmen der UEFA gefordert
Real Madrid bittet die UEFA, im Rahmen ihrer eigenen, autonomen und unabhängigen Zuständigkeit die geeigneten disziplinarischen und restaurativen Maßnahmen zu ergreifen, um die Integrität, Transparenz und das ordnungsgemäße Funktionieren der Wettbewerbe zu gewährleisten. Dies solle jedoch keinesfalls die Funktion der staatlichen Justizbehörden ersetzen oder eine strafrechtliche Würdigung der Tatsachen vorwegnehmen. Der Klub betont, dass er in dem laufenden Strafverfahren als Privatkläger auftritt und weiterhin die ihm zu jedem Verfahrenszeitpunkt zustehenden rechtlichen Schritte ergreifen wird.
Hintergrund des Negreira-Falls
Der Negreira-Fall beschäftigt die spanische Justiz und den Fußballverband seit Anfang 2023. Ermittlungen ergaben, dass der FC Barcelona zwischen 2001 und 2018 rund 7,3 Millionen Euro an Unternehmen von José María Enríquez Negreira überwiesen haben soll. Negreira war von 1994 bis 2018 Vizepräsident des Technischen Schiedsrichterausschusses. Die Zahlungen wurden als Beratungsleistungen deklariert, doch die Staatsanwaltschaft vermutet, dass sie dazu dienten, Einfluss auf Schiedsrichterentscheidungen zu nehmen. Der FC Barcelona bestreitet die Vorwürfe und betont, es habe sich um legitime Beratungsdienstleistungen gehandelt. Real Madrid, das sich als Privatkläger dem Verfahren angeschlossen hat, sieht in den Zahlungen einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Integrität des Wettbewerbs.
Real Madrid bekräftigt in seiner Stellungnahme sein Engagement für die Verteidigung der wesentlichen Werte des Sports und kündigt an, weiterhin alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass derartige Vorfälle nicht ungestraft bleiben. Der Klub appelliert an die UEFA, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Integrität des europäischen Fußballs zu schützen.
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