Lehrerstreik legt 1,4 Millionen mexikanische Schüler lahm

Kurzüberblick
Ein landesweiter Lehrerstreik in Mexiko hat den Unterricht für rund 1,4 Millionen Schüler zum Erliegen gebracht. Die Gewerkschaft fordert höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Die Regierung zeigt sich gesprächsbereit, eine Einigung steht jedoch noch aus.
Ein massiver Lehrerstreik in Mexiko hat am Montag den Schulbetrieb für schätzungsweise 1,4 Millionen Schüler zum Stillstand gebracht. Die Lehrergewerkschaft Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE) rief zu dem Ausstand auf, um gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Bezahlung und mangelhafte Arbeitsbedingungen zu protestieren. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Südosten des Landes, darunter Oaxaca, Chiapas, Guerrero und Michoacán.
Hintergrund des Streiks
Die CNTE, eine der einflussreichsten Gewerkschaften im Bildungssektor, kritisiert seit Jahren die Bildungspolitik der Regierung. Neben höheren Löhnen fordert sie unter anderem die Rücknahme von Bildungsreformen, die ihrer Ansicht nach die Arbeitsplatzsicherheit der Lehrer gefährden. Besonders umstritten ist ein 2013 verabschiedetes Gesetz, das Leistungsbewertungen für Lehrer vorsieht und bei Nichterfüllung Entlassungen ermöglicht. Die Gewerkschaft sieht darin einen Angriff auf die Rechte der Pädagogen.
Auswirkungen auf den Schulalltag
In den betroffenen Regionen blieben tausende Schulen geschlossen. Eltern zeigten sich verärgert über die Unterbrechung des Unterrichts, da viele ihrer Kinder bereits durch die Corona-Pandemie Lernrückstände erlitten hatten. „Wir verstehen die Forderungen der Lehrer, aber unsere Kinder leiden darunter“, sagte eine Mutter aus Oaxaca der Lokalzeitung Noticias. Die Behörden riefen die Streikenden zur Rückkehr an die Verhandlungstische auf, betonten jedoch, dass die Reformen nicht zur Disposition stünden.
Reaktionen der Regierung
Das Bildungsministerium erklärte in einer Stellungnahme, man sei offen für Dialog, lehne jedoch „illegale Arbeitsniederlegungen“ ab. Ministerin Leticia Ramírez Amaya kündigte an, die Gespräche mit der CNTE fortzusetzen, um eine baldige Lösung zu finden. „Die Bildung unserer Kinder hat oberste Priorität“, so Ramírez. Beobachter rechnen mit weiteren Protesten, sollte es nicht zu einer Einigung kommen.
Der Streik ist der jüngste in einer Reihe von Arbeitskämpfen im mexikanischen Bildungssektor. Bereits 2023 hatten Lehrer in mehreren Bundesstaaten für mehrere Wochen die Arbeit niedergelegt. Damals einigte man sich nach langen Verhandlungen auf eine moderate Gehaltserhöhung. Ob diesmal eine ähnliche Lösung möglich ist, bleibt abzuwarten.
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