Bielsa verweigert sich dem Fifa-Fotoshooting: „Ich bin kein Model“

Kurzüberblick
Uruguays Trainer Marcelo Bielsa sorgt mit seinem Verhalten beim offiziellen Fifa-Fotoshooting für Aufsehen. Der 70-Jährige blickt demonstrativ zu Boden statt in die Kamera und weist Fragen dazu schroff zurück. Für ihn sei die Sache klar: Er sei kein Model.
Uruguays Nationaltrainer Marcelo Bielsa hat einmal mehr seinen Ruf als eigenwilliger Fußballlehrer untermauert. Beim offiziellen Fifa-Fotoshooting für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada verweigerte der 70-jährige Argentinier die übliche Pose: Statt lächelnd in die Kamera zu blicken, starrte er mit unbewegter Miene zu Boden – ganz so, als wolle er lieber auf dem Trainingsplatz stehen oder die nächste Partie analysieren.
„El Loco“ bleibt sich treu
Bielsa, der wegen seiner obsessiven Detailverliebtheit und unkonventionellen Methoden den Spitznamen „El Loco“ (Der Verrückte) trägt, saß bereits während der Spiele auf einer Kühlbox. Nun sorgt sein Verhalten beim Fifa-Porträt für Schlagzeilen. Während die meisten Spieler und Trainer die Gelegenheit nutzen, um sich ins rechte Licht zu rücken, zeigte Bielsa keinerlei Interesse an der Inszenierung.
Nach dem 1:1-Unentschieden seiner Mannschaft gegen Saudi-Arabien am Montag in Miami wurden Journalisten auf die ungewöhnliche Pose aufmerksam. Spekulationen, es könnte sich um eine Art Protest handeln, wies Bielsa jedoch entschieden zurück.
„Ich muss dafür keine Erklärung abgeben. Das Foto wurde so gemacht, wie es gemacht wurde. Ich bin kein Model.“
Der 70-Jährige ließ sich auch auf Nachfragen nicht zu weiteren Ausführungen bewegen. Stattdessen drehte er den Spieß um und stellte rhetorische Fragen: „Es gibt eine Grenze dessen, was wir erklären müssen. Wenn ich eine Brille trage – warum trage ich eine Brille? Wenn ich jemandem in die Augen schaue – warum tue ich das? Es ist nichts falsch daran, eine Brille zu tragen, jemandem in die Augen zu schauen oder nach unten zu blicken.“
Fifa-Fotoshootings als fester Bestandteil
Die Weltfußballorganisation Fifa hat bei dieser WM alle Teams und deren Betreuer fotografieren lassen. Die Fotoshootings sind in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der Berichterstattung über die großen Turniere geworden. Bielsa, der nach Argentinien und Chile bereits seine dritte Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft betreut, gilt als einer der angesehensten Trainer der Welt. Seine Weigerung, sich den Konventionen zu beugen, überrascht daher kaum.
Uruguay bestreitet sein zweites Gruppenspiel am Sonntag um 23:00 Uhr MESZ gegen Kap Verde, das bislang als Überraschungsteam des Turniers gilt.
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