Wann wird ein afrikanisches Team die WM gewinnen?

Kurzüberblick
Marokko schrieb 2022 als erster afrikanischer Halbfinalist Geschichte. Doch wie nah ist der Kontinent dem WM-Titel? Eine Analyse der Entwicklung und Herausforderungen.
Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar schrieb Marokko Geschichte: Als erste afrikanische Mannschaft überhaupt erreichte das Team um Trainer Walid Regragui das Halbfinale. Dieser Erfolg weckte Hoffnungen, dass ein afrikanischer Titelgewinn in greifbare Nähe rücken könnte. Doch wie realistisch ist dieser Traum?
Der historische Meilenstein Marokkos
Marokko besiegte auf dem Weg ins Halbfinale unter anderem Belgien, Spanien und Portugal. Erst im Halbfinale scheiterte die Mannschaft knapp an Frankreich, dem späteren Vizeweltmeister. Mit Platz vier stellte Marokko den bisher größten Erfolg eines afrikanischen Teams bei einer WM ein – zuvor war Kamerun 1990 als erstes afrikanisches Team ins Viertelfinale eingezogen, gefolgt von Senegal 2002 und Ghana 2010.
Herausforderungen für afrikanische Teams
Trotz des Erfolgs Marokkos stehen afrikanische Nationalmannschaften vor strukturellen Hürden. Dazu gehören eine oft unzureichende Infrastruktur, begrenzte finanzielle Mittel und eine geringere Anzahl von Spitzenspielern in den Top-Ligen Europas. Zudem fehlt es an Kontinuität in der Trainerarbeit und an einer starken einheimischen Liga, die als Fundament dienen könnte.
Die Rolle der Spielerentwicklung
Immer mehr afrikanische Talente spielen in europäischen Top-Ligen, was die Qualität der Nationalteams steigert. Spieler wie Mohamed Salah (Ägypten), Sadio Mané (Senegal) oder Victor Osimhen (Nigeria) sind weltweit anerkannt. Dennoch fehlt es oft an der nötigen Breite im Kader, um bei einem Turnier über die gesamte Dauer zu bestehen.
Zukunftsperspektiven
Die FIFA hat die Anzahl der afrikanischen Startplätze für die WM 2026 auf neun erhöht, was die Chancen auf weitere Überraschungen steigert. Zudem investieren Verbände wie der marokkanische oder senegalesische verstärkt in Nachwuchsarbeit und Infrastruktur. Experten sehen den ersten afrikanischen WM-Titel nicht in ferner Zukunft, sofern die Entwicklung anhält und die Teams von einer besseren Organisation profitieren.
Bis es so weit ist, bleibt der Erfolg Marokkos ein Leuchtturmprojekt. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann ein afrikanisches Team den Pokal in die Höhe stemmen wird.
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