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Tief fallen, Tore schießen – warum Kane Englands torhungriger falscher Neuner sein kannHarry Kane erlebt bei Bayern München die torreichste Saison seiner Karriere, obwohl er oft tief ins Mittelfeld fällt. Thomas Tuchel erklärt, wie das System funktioniert – und warum England davon profitieren könnte./images/de/2026/06/tief-fallen-tore-schiessen-warum-kane-englands-torhungriger-falscher-neuner-sein-96950395-800w.webpTief fallen, Tore schießen – warum Kane Englands torhungriger falscher Neuner sein kann

Tief fallen, Tore schießen – warum Kane Englands torhungriger falscher Neuner sein kann

Aktualisiert 3 min read
Harry Kane im Trikot von Bayern München, der den Ball im Mittelfeld annimmt und dabei von Gegenspielern umringt wird, im Hintergrund die Allianz

Kurzüberblick

Harry Kane erlebt bei Bayern München die torreichste Saison seiner Karriere, obwohl er oft tief ins Mittelfeld fällt. Thomas Tuchel erklärt, wie das System funktioniert – und warum England davon profitieren könnte.

Harry Kane hat bei Bayern München eine beeindruckende Saison hingelegt: Mit über 40 Toren in allen Wettbewerben erzielte er die beste Torausbeute seiner Karriere. Dabei fällt der englische Stürmer immer wieder tief ins Mittelfeld zurück, um sich am Spielaufbau zu beteiligen – eine Rolle, die traditionell eher von einem „falschen Neuner“ erwartet wird. Doch wie schafft Kane es, trotz dieser tiefen Positionierung so viele Tore zu erzielen? Thomas Tuchel, der Kane in München trainierte, hat die Antwort – und England könnte nun davon profitieren.

Die Rolle des falschen Neuners

Kane ist bekannt für seine Fähigkeit, sich fallen zu lassen und das Spiel zu lesen. Statt stets an der vordersten Linie zu lauern, sucht er oft den Ball in der Tiefe, um Angriffe einzuleiten oder Räume für seine Mitspieler zu öffnen. Diese Spielweise erinnert an die eines „falschen Neuners“, wie sie etwa Lionel Messi unter Pep Guardiola bei Barcelona perfektionierte. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Stürmern, die durch diese Rolle an Torgefahr verlieren, hat Kane seine Effizienz vor dem Tor sogar gesteigert.

Tuchel erklärte in einem Interview, dass Kanes Stärke darin liege, dass er nicht nur Tore erziele, sondern auch das Spiel seiner Mannschaft lenke. „Harry ist ein kompletter Stürmer. Er kann fallen, das Spiel verlangsamen oder beschleunigen, und er hat den Instinkt, genau im richtigen Moment in den Strafraum zu stoßen“, so Tuchel. Diese Kombination aus Kreativität und Torjägerqualitäten mache ihn einzigartig.

Die Zahlen sprechen für sich

In der laufenden Saison erzielte Kane in der Bundesliga 36 Tore in 32 Spielen – ein neuer persönlicher Rekord. Hinzu kommen sieben Treffer in der Champions League. Dabei ist seine Schussgenauigkeit bemerkenswert: Über 60 Prozent seiner Torschüsse gingen aufs Tor, eine Quote, die zu den besten der Liga zählt.

Doch nicht nur die Tore selbst, sondern auch seine Beteiligung am Spiel ist außergewöhnlich. Kane legte zudem 12 Tore für seine Mitspieler auf und ist damit einer der besten Vorbereiter der Liga. Seine Passquote liegt bei über 80 Prozent, was für einen Stürmer ungewöhnlich hoch ist.

Auswirkungen auf die englische Nationalmannschaft

Für England könnte Kanes Entwicklung ein Segen sein. Trainer Gareth Southgate hat in der Vergangenheit oft mit zwei Stürmern oder einem klassischen Neuner gespielt, doch Kanes Fähigkeit, als falscher Neuner zu agieren, eröffnet neue taktische Optionen. Mit Spielern wie Jude Bellingham, Bukayo Saka oder Phil Foden, die aus der Tiefe kommen, könnte Kane Räume schaffen und gleichzeitig selbst als Vollstrecker fungieren.

Experten sehen darin eine Möglichkeit, Englands Offensive flexibler zu gestalten. „Wenn Kane tief fällt, zieht er Verteidiger aus der Kette und schafft Lücken für die Läufe von Bellingham oder Saka. Gleichzeitig kann er selbst in den Strafraum eindringen, wenn die Flanken kommen“, analysierte ein Taktikexperte. Diese Variabilität könnte England bei der Europameisterschaft 2024 einen Vorteil verschaffen.

Herausforderungen und Anpassungen

Allerdings erfordert diese Spielweise auch Anpassungen im Team. Die Mittelfeldspieler müssen lernen, Kanes Bewegungen zu antizipieren und die entstehenden Räume zu nutzen. Zudem braucht es Flügelspieler, die sowohl die Tiefe als auch die Breite besetzen können. Southgate hat in den letzten Testspielen bereits Ansätze gezeigt, wie er Kanes Fähigkeiten einbinden will.

Kane selbst sieht sich in der Verantwortung, seine Erfahrung aus München einzubringen. „Ich habe in dieser Saison viel gelernt, besonders, wie man das Spiel von hinten lenkt und trotzdem torgefährlich bleibt. Das kann ich auch in der Nationalmannschaft einbringen“, sagte der 30-Jährige in einem Interview.

Mit Kanes Form und seiner neuen Rolle als falscher Neuner könnte England bei der EM 2024 zu den Favoriten zählen. Die Kombination aus individueller Klasse und taktischer Flexibilität macht das Team schwer ausrechenbar. Ob Southgate diese Option nutzen wird, bleibt abzuwarten – die Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben.

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