Erschöpfung? Die WM-Spieler mit den härtesten Saisons

Kurzüberblick
BBC Sport analysiert, welche WM-Teams und Spieler seit dem Start der Klub-WM im vergangenen Sommer die meisten Minuten auf dem Platz standen. Die Belastung vor der Weltmeisterschaft in Katar könnte für einige Stars kritisch sein.
Die Frage nach der Ermüdung der Spieler vor einer Weltmeisterschaft ist nicht neu, doch in diesem Jahr gewinnt sie angesichts eines extrem dichten Terminkalenders an besonderer Brisanz. BBC Sport hat untersucht, welche Nationalmannschaften und Spieler seit dem vergangenen Sommer, als die Klub-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten begann, die meisten Einsatzminuten absolviert haben. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Teams und offenbaren potenzielle Risiken für die Leistungsfähigkeit bei der WM in Katar.
Die am stärksten belasteten Teams
Besonders auffällig ist die hohe Belastung der Spieler aus europäischen Top-Ligen, die oft bis kurz vor dem Turnier noch in Pflichtspielen gefordert waren. Mannschaften wie England, Frankreich und Brasilien haben zahlreiche Akteure, die in den vergangenen Monaten kaum eine Pause hatten. Die englische Nationalmannschaft beispielsweise kann auf eine Reihe von Spielern zurückgreifen, die in der Premier League, im FA Cup und in europäischen Wettbewerben regelmäßig über 90 Minuten auf dem Platz standen. Ähnlich sieht es bei Frankreich aus, wo Stars wie Kylian Mbappé und Antoine Griezmann nahezu jedes Spiel für ihre Vereine bestritten haben.
Die Spitzenreiter unter den Spielern
Einige Spieler stechen durch ihre außergewöhnlich hohe Einsatzzeit besonders hervor. Angeführt wird die Liste von Spielern, die sowohl in der Liga als auch in internationalen Wettbewerben konstant gefordert waren. Dazu gehören unter anderem der Belgier Kevin De Bruyne, der bei Manchester City kaum eine Partie verpasste, sowie der Kroate Luka Modrić, der trotz seines fortgeschrittenen Alters bei Real Madrid weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Auch der Portugiese Bruno Fernandes und der Niederländer Frenkie de Jong zählen zu den am meisten belasteten Akteuren. Ihre Minutenanzahl könnte sich negativ auf ihre Frische und Verletzungsanfälligkeit während der WM auswirken.
Die Auswirkungen auf die WM-Leistung
Die hohe Belastung vor dem Turnier wirft die Frage auf, ob die Spieler in Katar ihr volles Potenzial abrufen können. Trainer stehen vor der Herausforderung, ihre Stars zu schonen, ohne die sportliche Qualität zu beeinträchtigen. Einige Nationalcoaches haben bereits angekündigt, in den Vorbereitungsspielen auf Rotation zu setzen, um die Kräfte zu schonen. Dennoch bleibt das Risiko von Muskelverletzungen und Erschöpfungszuständen hoch, insbesondere bei Spielern, die in den Wochen vor der WM noch in hitzigen Ligaspielen und Pokalwettbewerben gefordert waren. Die Analyse von BBC Sport zeigt, dass die Belastung nicht gleichmäßig verteilt ist: Während einige Spieler auf über 4.000 Minuten kommen, haben andere deutlich weniger gespielt und könnten daher frischer in das Turnier starten.
Die Rolle der Klub-WM als Startpunkt
Die Klub-WM im vergangenen Sommer in den USA markierte den Beginn einer langen Saison für viele Spieler. Seitdem haben die meisten Akteure kaum eine Verschnaufpause gehabt, da die Saison in den meisten Ligen nahtlos in die neue Spielzeit überging. Die Belastung wurde durch die neu eingeführte Nations League und die Qualifikationsspiele für die WM zusätzlich erhöht. Für Spieler aus Südamerika und Afrika kamen weite Reisen und unterschiedliche Klimabedingungen hinzu, die den Körper zusätzlich fordern. Die Daten von BBC Sport verdeutlichen, dass die körperliche Verfassung der Spieler ein entscheidender Faktor für den Ausgang der WM sein könnte.
Mehr zu diesen Themen

Fünf Stars im Fokus: Al Ahli gegen Auckland FC
Am 26. August startet der FIFA Intercontinental Cup 2026 mit dem Play-off zwischen Al Ahli und Auckland FC. Wir stellen fünf Schlüsselspieler vor, die das Spiel in Dschidda entscheiden könnten.

Al-Ahli und Auckland FC eröffnen FIFA Intercontinental Cup 2026
Al-Ahli und Auckland FC eröffnen den FIFA Intercontinental Cup 2026 in Dschidda. Der Sieger trifft im September auf Mamelodi Sundowns. Das Turnier endet mit dem Finale gegen Paris Saint-Germain.
EFL-Podcast: Torwart-Defensivmann und Leicesters Sorgen
In der neuen Folge des 72+ EFL-Podcasts diskutieren Aaron Paul und Jobi McAnuff mit Tranmere-Trainer Darrell Clarke über die großen Geschichten der EFL. Dabei geht es um einen Verteidiger im Tor, einen Adebayor-Jubel und die überraschenden Spitzenreiter der Championship.
Uefa will Boykott-Drohung gegen Fifa offenbar fallen lassen
Die Uefa steht offenbar kurz davor, ihre Boykott-Drohung gegen Fifa-Wettbewerbe zurückzunehmen, nachdem sie Zusicherungen erhalten hat, dass der Plan von Gianni Infantino, Anteile an der WM zu verkaufen, nicht wiederholt wird. Das Thema wird am Donnerstag im Uefa-Exekutivkomitee besprochen.

