Tschechiens WM-Geschichte: Rückkehr nach 20 Jahren

Kurzüberblick
Tschechien hat sich nach 20 Jahren wieder für die FIFA-Weltmeisterschaft qualifiziert. Das Team trifft in Gruppe A auf Mexiko, Südafrika und Südkorea. Trainer Miroslav Koubek führte die Mannschaft durch dramatische Elfmeterschießen in den Play-offs zur Endrunde.
Tschechien kehrt nach 20 Jahren Abwesenheit zur FIFA-Weltmeisterschaft zurück. Die Mannschaft sicherte sich ihr Ticket für die WM 2026 in Nordamerika auf dramatische Weise: In den UEFA-Play-offs setzten sie sich in aufeinanderfolgenden Elfmeterschießen gegen die Republik Irland und Dänemark durch. Nun trifft Tschechien in Gruppe A auf die Co-Gastgeber Mexiko, Südafrika und Südkorea.
Der Weg zur Qualifikation
Die Tschechen beendeten ihre UEFA-Qualifikationsgruppe als Zweiter hinter Kroatien, was ihnen einen Platz in den Play-offs einbrachte. Im Halbfinale trafen sie auf die Republik Irland. In Prag lag Tschechien bereits 0:2 zurück, kämpfte sich aber beeindruckend zurück: Ein Elfmeter von Patrik Schick und ein später Ausgleich von Ladislav Krejci erzwangen die Verlängerung, in der kein Tor fiel. Im Elfmeterschießen behielten die Tschechen die Nerven und zogen ins Finale gegen Dänemark ein. Auch dieses Spiel endete nach einer dramatischen Verlängerung 2:2 – Pavel Sulc und Kapitän Krejci trafen für Tschechien. Dänemark verwandelte nur einen von vier Elfmetern, sodass Michal Sadilek den entscheidenden Schuss zum ersehnten WM-Ticket verwandeln konnte.
Trainer Miroslav Koubek
Die packenden Play-off-Siege waren die ersten Spiele unter der Leitung von Miroslav Koubek. Der 74-Jährige übernahm das Amt erst im Dezember 2025, nachdem sein Vorgänger Ivan Hasek nach einer überraschenden Niederlage gegen die Färöer-Inseln in der WM-Qualifikation entlassen worden war. Koubek war selbst Torhüter und spielte unter anderem für Sparta Prag. Seine Trainerkarriere begann in den frühen 1980er Jahren; er war dreimal bei Viktoria Pilsen tätig und trainierte auch die U-19-Nationalmannschaft.
Der Kader für die WM 2026
Offensivmittelfeldspieler Adam Hlozek, der den Großteil der Bundesliga-Saison bei Hoffenheim verpasst hatte, erholte sich rechtzeitig von Waden- und Fußverletzungen und wurde von Koubek in den Kader berufen. Koubek nominierte drei Neulinge, darunter den 17-jährigen Mittelfeldspieler Hugo Sochurek von Sparta Prag.
Spielplan der Gruppenphase
11. Juni: Südkorea gegen Tschechien – Estadio Guadalajara
18. Juni: Tschechien gegen Südafrika – Atlanta Stadium
24. Juni: Tschechien gegen Mexiko – Mexico City Stadium
Historische WM-Teilnahmen
Tschechien trat bei Weltmeisterschaften von 1930 bis 1994 als Tschechoslowakei und von 1998 bis 2014 als Tschechische Republik an. Die beste Platzierung erreichte das Land als Vizeweltmeister 1934 und 1962. Insgesamt nahm Tschechien (inklusive Tschechoslowakei) an zehn WM-Endrunden teil: 1934, 1938, 1954, 1958, 1962, 1970, 1982, 1990, 2006 und 2026. Die Gesamtbilanz lautet: 33 Spiele, 12 Siege, 5 Unentschieden, 16 Niederlagen, 47 Tore, 49 Gegentore.
Die Vizeweltmeisterschaften 1934 und 1962
Bei der WM 1934 in Italien besiegte die Tschechoslowakei Rumänien, die Schweiz und Deutschland, um ins Finale einzuziehen. Dort traf sie auf Gastgeber Italien. Antonin Puc brachte die Tschechoslowakei in Führung, doch Raimundo Orsi glich aus, und Angelo Schiavio erzielte in der Verlängerung den Siegtreffer für Italien. Oldrich Nejedly wurde mit fünf Toren Torschützenkönig des Turniers. Der Stürmer von Sparta Prag ist bis heute der tschechische Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften mit sieben Treffern; Tomas Skuhravy folgt mit fünf Toren. Nejedly starb während der WM 1990 in Italien.
1962 in Chile erreichte die Tschechoslowakei erneut das Finale. Nach Siegen gegen Ungarn und Jugoslawien im Viertel- bzw. Halbfinale traf sie auf Brasilien. In einem packenden Endspiel unterlag die Tschechoslowakei mit 1:3. Ladislav Novak, der an drei Weltmeisterschaften teilnahm und zwölf Spiele bestritt, war eine Schlüsselfigur dieser Mannschaft. Nach seiner Spielerkarriere trainierte er kurzzeitig die Nationalmannschaft.
Weitere denkwürdige Momente
Der größte Erfolg nach 1962 war das Erreichen des Viertelfinales bei der WM 1990 in Italien. Im Achtelfinale besiegte die Tschechoslowakei Costa Rica mit 4:1, wobei Tomas Skuhravy einen Hattrick erzielte. Ein weiterer Höhepunkt war der 6:1-Sieg gegen Argentinien in der Gruppenphase der WM 1958 in Schweden, bei dem Zdenek Zikan und Vaclav Hovorka jeweils zwei Tore erzielten.
Die letzte WM-Teilnahme 2006
Der letzte WM-Auftritt Tschechiens war 2006 in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt trat das Land nach der Trennung von der Slowakei bereits als Tschechische Republik an. Die Tschechen starteten mit einem 3:0-Sieg gegen die USA, bei dem Tomas Rosicky zwei Tore erzielte. Doch Niederlagen gegen Ghana und Italien führten zum Ausscheiden in der Gruppenphase.
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