Fifa setzt Verbände unter Druck: Infantino vor umstrittener Wiederwahl

Kurzüberblick
Mehrere Quellen berichten, dass nationale Fußballverbände aufgefordert werden, Unterstützungsschreiben für Gianni Infantinos erneute Kandidatur als Fifa-Präsident zu verfassen – noch vor einer von Komplikationen geprägten Weltmeisterschaft.
Die Berichterstattung über die bevorstehende Weltmeisterschaft wird von einer neuen Kontroverse überschattet: Mehrere Quellen berichten, dass nationale Fußballverbände unter Druck gesetzt werden, Unterstützungsschreiben für Gianni Infantino zu verfassen, damit er eine weitere Amtszeit als Fifa-Präsident antreten kann. Dies geschieht noch vor dem Anpfiff einer Weltmeisterschaft, die bereits jetzt von zahlreichen Komplikationen geprägt ist.
Druck auf Verbände vor dem Turnier
Laut Informationen, die der Redaktion vorliegen, sollen Funktionäre der Fifa bei nationalen Verbänden vorsprechen und um schriftliche Befürwortungen für Infantinos Kandidatur bitten. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Die Weltmeisterschaft steht unmittelbar bevor, und die Organisation des Turniers ist mit erheblichen logistischen, politischen und menschenrechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Kritiker sehen in diesem Vorgehen einen Versuch, vor dem Turnier Fakten zu schaffen und mögliche Gegenkandidaten zu entmutigen.
Visumspraxis und Regelverstöße
Der Journalist Miguel Delaney hat in einem Tweet auf eine weitere brisante Entwicklung hingewiesen: „Die Visa-Geschichte ist die aufschlussreichste Kontroverse dieser Weltmeisterschaft“, schrieb er. „Die Fifa verstößt gegen ihre eigenen Regeln und Präzedenzfälle.“ Delaney stellt zudem die grundsätzliche Frage, ob ein Turnier in einem Staat ausgetragen werden sollte, der es offensichtlich nicht als Weltmeisterschaft betrachte. Er erinnert an Infantinos unterwürfiges Auftreten gegenüber dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und fragt: „Was war der Sinn von Infantinos Unterwürfigkeit gegenüber Trump?“
Hintergrund der Visa-Kontroverse
Hintergrund der Kritik sind Berichte, wonach die Fifa in der Vergangenheit Visa-Probleme für Spieler, Journalisten und Fans ignoriert oder sogar begünstigt habe, um politische Spannungen zu vermeiden. Beobachter sehen darin einen weiteren Beleg dafür, dass der Weltverband seine eigenen Statuten missachte, um die Austragung in autoritären Staaten zu ermöglichen.
Infantinos umstrittene Führung
Gianni Infantino, seit 2016 im Amt, hat die Fifa durch mehrere Krisen geführt. Seine Wiederwahl gilt als wahrscheinlich, doch die Methoden, mit denen er sich Unterstützung sichert, werfen Fragen auf. Die Affäre um die Visa-Praxis und die Briefe der Verbände könnten das ohnehin angeschlagene Image der Fifa weiter beschädigen. Die Weltmeisterschaft, die in Kürze beginnt, wird zeigen, ob Infantino seine Position trotz der Kontroversen behaupten kann.
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